Zürcher Landesmuseum zeigt Banken zwischen Krise und Diskretion
Das Landesmuseum in Zürich geht dem Bankenland Schweiz auf den Grund. Für einige sind die Banken Teil der Identität, doch das Vertrauen schwand auch. Eine Ausstellung zwischen römischen Münzorten, dem Bankgeheimnis und SKA-Mützen.

Nostalgiker kommen auf ihre Rechnung in der Ausstellung «Bankenland Schweiz» im Landesmuseum: Ein Tisch mit «Märli-Telefon» für die Kinder, wie er früher in den Schalterhallen stand, ein Foto von Kindern mit SKA-Mützen im Schnee oder ein alter Credit-Suisse-Schriftzug sind zu sehen.
Die Ausstellung versucht die Beziehung der Schweiz zu ihren Banken zu beleuchten. Ein Raum widmet sich deshalb der Schalterhalle, wie sie viele noch von früher kennen. Deutlich düsterer wird es daneben: Krisen wie die nachrichtenlosen Vermögen, der Streit ums Bankgeheimnis und natürlich der Untergang der Credit Suisse dominieren den Raum. Karikaturen und Medienbeiträge aus der Zeit lassen die Besucherinnen und Besucher die Krisen miterleben.
Doch auch in früheren Zeiten war nicht alles gut. Juden wurden in das Geldverleihgeschäft gedrängt, als es Christen noch nicht erlaubt war. Davon zeugt etwa ein Verweis auf eine jüdische Zürcherin als Kreditgeberin für den Bau einer Stadtmauer.
Vor Übergriffen schützte das Geschäft die Juden nicht. Kurator Christian Weiss wies bei einem Medienrundgang vom Mittwoch auf einen Grabstein als Ausstellungsobjekt hin, der bei Unruhen in Basel zerstört wurde. Die Juden wurden als Sündenböcke für einen Pestausbruch verantwortlich gemacht. «Der Grabstein wurde dann in einem Haus als Schwelle genutzt», sagte Weiss.
Über spezifische Gruppen wie Lombarden und andere Norditaliener breitete sich das Geldgeschäft dann aus. Auf erste Privatbankiers folgten Regionalbanken, Sparkassen und schliesslich die Grossbanken. Zum Schluss folgen die neusten Entwicklungen mit E-Banking und Kryptowährung. Ein weiter Weg von den römischen Zeiten, als das Geld zur Sicherheit im Boden vergraben wurde, wovon zahlreiche Münzfunde zeugten.
Zentrales Element ist das Vertrauen. Banken würden bis heute mit Diskretion und Sicherheit in Verbindung gebracht, heisst es zur Ausstellung. Doch haben die vielen Krisen dieses Vertrauen nachhaltig erschüttert? Eine Frage die sich die Besucherinnen und Besucher stellen können und sollen.
Die Ausstellung versucht mit interaktiven Elementen und Umfragen die Besucherinnen und Besucher zum Nachdenken über ihre eigene Beziehung zum Geld zu bringen. Kinder sollen spielerisch zum Zug kommen. Die Ausstellung startet am 12. Juni und ist bis am 8. November geöffnet.






