Letzen Sommer sind im Vereinatunnel zwei Züge zusammengestossen. Nun ist klar: Die Kollision ist auf eine Unachtsamkeit zurückzuführen.
Vereina
Autozug vor dem Vereina-Tunnel (Archivbild). - sda - Keystone/ELISABETHA GUENTHARD

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Lokführer hat letzten Sommer ein «Halt» überfahren.
  • In der Folge kam es zur Kollision mit einem anderen Zug.
  • Die Sofortbremsung des Personenzuges konnte Schlimmeres verhindern.

Der Lokführer eines Autozuges hat im Sommer letzten Jahres im Vereinatunnel bei Klosters GR ein «Halt» überfahren und kollidierte mit einem entgegenkommenden Personenzug. Die Sofortbremsung des Personenzuges konnte Schlimmeres verhindern, zeigte der Unfallbericht.

Es sei der Aufmerksamkeit des Lokführers des Personenzugs zu verdanken, dass er die Gefahr einer Kollision rechtzeitig erkannte, hiess es im am Freitag publizierten Untersuchungsbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST). Bei der Streifkollision eines Personen- und Autozuges im August 2021 wurde niemand verletzt.

Lokführer nutzte Sicherheitsinstrument nicht

Pünktlich zur Abfahrtzeit des Autozuges hatte auf dem Nachbargleis das Signal von «Halt» auf «Fahrt» gewechselt. Dieses Signal sowie das Signal, dass die Türen des Zuges geschlossen waren, hatten den Lokführer des Autozuges dazu verleitet loszufahren. Ein vorhandenes Sichereitsinstrument war laut Bericht nicht konsequent genutzt worden.

Bahnunfall
Bei dem Unfall entstand ein hoher Sachschaden. - Kapo GR

Der Bericht relativiert die Unachtsamkeit insofern, als dass der Lokführer das für ihn geltende Signal noch nie gesehen hatte. Zudem sei die Tunnelbeleuchtung nicht eingeschaltet gewesen, was die Orientierung für den «unerfahrenen» Lokführer erschwerte.

Die Rhätische Bahn reagierte auf den Unfall mit der Einführung eines neuen Systems, das falsche Abfahrten verhindern soll.

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