Zug: Auto kontrollieren gegen den Japankäfer!
Der Japankäfer wurde im Kanton Zug noch nicht entdeckt. Dennoch setzt der Kanton auf intensive Kontrollen und die Mithilfe der Bevölkerung.

Der Japankäfer breitet sich in der Schweiz weiter aus. Während im Kanton Zug bislang noch keine Population nachgewiesen wurde, steigt das Risiko eines Auftretens. Grund dafür sind bestätigte Befallsherde in mehreren Nachbarkantonen sowie die zunehmende Verbreitung des Schädlings in verschiedenen Regionen der Schweiz.
Der Kanton Zug setzt deshalb weiterhin auf eine intensive Überwachung und ruft die Bevölkerung dazu auf, verdächtige Funde zu melden.
Gefahr für Landwirtschaft und Gärten
Ursprünglich stammt der Japankäfer aus Ostasien. Heute gilt er europaweit als sogenannter Quarantäneorganismus und gehört zu den problematischsten invasiven Schädlingen.
Seine Gefährlichkeit liegt vor allem in seiner aussergewöhnlichen Anpassungsfähigkeit: Der Käfer befällt mehr als 300, nach Angaben des Bundesamts für Landwirtschaft sogar über 400 verschiedene Pflanzenarten.
Besonders problematisch ist, dass sowohl die erwachsenen Käfer als auch ihre Larven Schäden verursachen. Während die Käfer Blätter, Blüten und Früchte anfressen, ernähren sich die Larven im Boden von Pflanzenwurzeln.

Das Bundesamt für Landwirtschaft schätzt das mögliche Schadenspotenzial schweizweit auf mehrere Hundert Millionen Franken pro Jahr.
Erstmals entdeckt wurde der Japankäfer 2017 im Tessin. Dort hat er sich inzwischen stark ausgebreitet. Auch in Graubünden, im Wallis sowie nördlich der Alpen wurden in den vergangenen Jahren wiederholt Populationen festgestellt.
In der Zentralschweiz sorgen insbesondere die jüngsten Funde in den Kantonen Luzern und Schwyz für erhöhte Aufmerksamkeit. Der erwachsene Japankäfer ist etwa einen Zentimeter gross.
Auffällig sind seine kupferfarbenen Flügeldecken, der metallisch grün schimmernde Kopf sowie die charakteristischen weissen Haarbüschel entlang der Körperseiten. Verwechselt werden kann er mit dem Gartenlaubkäfer oder dem Kleinen Julikäfer, die jedoch nicht diese auffälligen Haarbüschel aufweisen.
Was die Bevölkerung tun kann
Um eine Einschleppung möglichst früh zu erkennen, betreibt der kantonale Pflanzenschutzdienst im Kanton Zug ein Netz von Überwachungsfallen. Gleichzeitig setzt der Bund auf die Mithilfe der Bevölkerung.
Besonders Reisende, die aus Befallsgebieten wie Norditalien, dem Tessin, dem Misox oder dem Simplongebiet zurückkehren, werden dazu aufgerufen, Fahrzeuge, Gepäck und Kleidung sorgfältig zu kontrollieren.
Der Mensch gilt als einer der wichtigsten Faktoren bei der Verbreitung des Käfers, da die Tiere oft unbemerkt als «blinde Passagiere» in Autos oder Reisegepäck transportiert werden. Wer einen verdächtigen Käfer entdeckt, sollte diesen einfangen, während 24 Stunden einfrieren und anschliessend mit einem Foto dem kantonalen Pflanzenschutzdienst melden.
Eine frühe Entdeckung gilt als entscheidend, um eine dauerhafte Ansiedlung des Schädlings zu verhindern und dessen Ausbreitung einzudämmen.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.








