Zu tiefer Pegel: «Game over» für Bootsfahrlehrer auf dem Zürichsee
Der Pegel des Zürichsees ist um weitere 20 Zentimeter gesunken. Zum Leidwesen der Bootsfahrlehrer. Sie und ihre Schüler müssen nun auf Regen hoffen.
00:00 / 00:00
Das Wichtigste in Kürze
- Der tiefe Seepegel des Zürichsees hat Auswirkungen auf den Prüfungsbetrieb der Bootsfahrlehrer.
- Dieser ist bis auf Weiteres eingestellt.
- Bootsfahrlehrer René Chochard und seine Fahrschüler sind enttäuscht.
Bootsfahrlehrer René Chochard sind die Hände gebunden. Denn es ist eingetreten, was er befürchtet hatte: Der Seepegel ist etwa in Erlenbach ZH nochmal um 20 Zentimeter gesunken.
«Wir sind auf Grund aufgelaufen und mussten unser Boot nun rausnehmen», erzählt er Nau.ch. Damit heisse es momentan «game over» für ihn.
Das hat direkte Auswirkungen auf seine Arbeit als Bootsfahrlehrer. Denn wie die Zürcher Seepolizei den Fahrschulen mitteilte, ist das Wasser in den Hafenanlagen teilweise so tief, dass die Gefahr einer Grundberührung steigt. Das Schreiben liegt Nau.ch vor.
«Einzelne Bereiche können wir mit den Prüfungsschiffen nicht mehr sicher befahren», so die Schifffahrtskontrolle des Kantons Zürich.
Deshalb werden ab Montag bis auf Weiteres keine Schiffsführerprüfungen am Standort Oberrieden mehr durchgeführt. «Die Fahrschülerinnen und Fahrschüler, welche nächste Woche ihre Prüfung gehabt hätten, sind natürlich enttäuscht», so Chochard.
Denn sie würden die Routine verlieren, wenn sie nicht fahren könnten. In Zürich Tiefenbrunnen hingegen werden die Schiffsführerprüfungen aktuell weiterhin durchgeführt.
«Boote werden Schaden nehmen»
René Chochard hofft zudem, dass die noch eingewasserten Boote aufgrund des tiefen Pegels keinen Schaden nehmen. Er geht aber davon aus, dass nicht alle glimpflich davonkommen.
«Man sollte die Boote rausnehmen, kann aber nicht. Jene Boote, die auf Grund auflaufen, werden einen Schaden davontragen», befürchtet er.
Er sei froh, dass Bootsfahrlehrer sein Hobby und nicht sein Hauptjob sei. Denn sonst hätte er kein Einkommen mehr, so René Chochard. Für jene, die es treffe, sei das «wirklich nicht angenehm».
Die Prüfungen werden wieder aufgenommen, sobald der Wasserstand des Zürichsees mindestens 405.35 m ü. M. erreicht «und wir die Prüfungen wieder sicher und unter fairen Bedingungen durchführen können», so die Schifffahrtskontrolle. Aktuell liegt der Wasserstand laut der Webseite des Bundesamts für Umwelt bei 405.25 Metern.












