Zoo Zürich ersetzt Kalbsbratwurst durch Klimawurst
Im Zoo Zürich gehts um die Wurst: Die konventionelle Kalbsbratwurst hat ausgedient. Jetzt gibt es eine klimafreundlichere Erbsenprotein-Alternative.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Zoo Zürich ersetzt die Kalbsbratwurst durch eine nachhaltigere Alternative.
- Auch Cervelats, Wienerli oder Hackfleisch sollen künftig klimafreundlicher werden.
- Man möchte mit dem neuen Produkt auch «echte Fleischtiger» überzeugen.
Der Zoo Zürich streicht die klassische Kalbsbratwurst von der Speisekarte – zumindest in ihrer bisherigen Form. Der Zoo setzt künftig auf eine neue Devise: «Fleisch, aber nachhaltiger.»
Neu möchte man in den Restaurants und an den Verpflegungsständen Fleischprodukte verkaufen, die zu einem Viertel aus Bio-Erbsenprotein bestehen. Eine Art «Klimawurst» also.
Der Zoo begründet diesen Schritt mit seinen Nachhaltigkeitszielen. Nicht nur die Bratwurst wird angepasst: Auch Cervelats, Wienerli oder das Hackfleisch im Chili con Carne sollen künftig klimafreundlicher werden.
«Naturschutz beginnt auf dem Teller»
«Naturschutz beginnt auf dem Teller», schreibt der Zoo in seiner Mitteilung.
Produkte mit Erbsenprotein hätten dabei einen entscheidenden Vorteil: Sie würden geschmacklich nahe an «konventionelles Fleisch» herankommen. Damit hätten sie das grösste Potenzial, breite Bevölkerungsschichten zu erreichen.
Man möchte damit «eine möglichst grosse Menge an Menschen» ansprechen. Im Idealfall sollen selbst «echte Fleischtiger» überzeugt werden.
22 Prozent aus biologisch angebauten Erbsen
Entstanden sind die neuen Produkte in Zusammenarbeit mit der Fleischerei Mérat AG. Deren CEO Reto Maurer erklärt: «22 Prozent des Fleisches sind bei der neuen Wurst durch Protein aus biologisch angebauten Erbsen ersetzt.»
Man habe zwei Jahre lang viel ausprobiert und verschiedene Varianten getestet. «Das Resultat überzeugt nun auf ganzer Linie», betont Maurer.
Auch Marcel Ritter, Leiter der Zoo Restaurants GmbH, zeigt sich zufrieden: «Wir wollten Fleischprodukte schaffen, die klimafreundlicher sind als das jeweilige Original und gleichzeitig möglichst viele Menschen ansprechen.»
Seine Hoffnung: dass auch überzeugte Fleischesser mitziehen. «Wurst bleibt Wurst.»
Deutlich geringerer CO₂-Ausstoss
Laut Zoo bringt die neue Wurst tatsächlich einen messbaren Effekt. Pro Stück sollen rund 590 Gramm CO₂ eingespart werden.
Hochgerechnet auf rund 100'000 verkaufte Bratwürste pro Jahr ergibt das eine Einsparung von etwa 60 Tonnen CO₂. Das entspricht ungefähr 233 Autofahrten von Zürich nach Rom.
Auch beim Ressourcenverbrauch zeigt sich ein Unterschied: Unter Einbezug von Land- und Wasserverbrauch fällt der sogenannte Klimafussabdruck rund 45 Prozent tiefer aus als bei der bisherigen Kalbsbratwurst.













