Zigis verdrecken Kinder-Spielplätze – das kostet Millionen
Auf fast jedem Spielplatz in der Schweiz liegen Zigarettenstummel. Wie gross ist das Littering-Problem und was hilft dagegen?

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Studie zeigt: 98,5 Prozent der 170 untersuchten Spielplätze in 22 Kantonen sind mit Zigarettenstummeln übersät.
- Mit Plakatkampagnen und Sensibilisierungsaktionen versuchen Städte, das Problem in den Griff zu bekommen.
- Zigarettenstummel sind der am häufigsten achtlos weggeworfene Gegenstand in der Schweiz.
Den Angaben einer Studie zufolge waren 98,5 Prozent der 170 untersuchten Spielplätze in 22 Kantonen mit Zigarettenstummeln übersät.
Zigarettenstummel auf dem Spielplatz: Damit haben viele Städte zu kämpfen. Verschlucken Kinder den Stummel oder kauen darauf herum, kann dies zu schweren Vergiftungen führen.
In Bern gibt es deshalb seit kurzem ein Plakat mit der Aufschrift: «Dini Zigi isch ke Nuggi».

Auch andere Städte versuchen mit Plakatkampagnen, Sensibilisierungsaktionen und Bussen, mutwillige Verschmutzungen des öffentlichen Raums zu verhindern.
Denn: Der achtlos entsorgte Abfall sieht nicht nur hässlich aus, sondern verursacht auch hohe Reinigungskosten.
«Regelmässig auftretendes Problem»
Désirée Küffer von der Stadt Bern bestätigt auf Nachfrage: «Littering auf öffentlichen Spielplätzen in der Stadt Bern ist ein regelmässig auftretendes Problem.»
In Zürich sieht es ähnlich aus: Auch wenn sich das Littering-Problem insgesamt in Grenzen halte, gebe es viele Zigarettenstummel. Diese seien nicht nur unschön, sondern auch schädlich, so Mediensprecher Tobias Nussbaum.
Andere Städte, andere Probleme: In Aarau ist man entspannter. Denn: «Die Situation auf den öffentlichen Spielplätzen ist insgesamt nicht dramatisch», sagt Alexandra Meier von der Stadt.
Was alle Städte gemeinsam haben: Es kommt auf die Lage des Spielplatzes an. Ein Waldspielplatz sei beispielsweise weniger von Littering betroffen als Spielplätze im Zentrum, heisst es beim Kanton Basel-Land. Denn diese werden «auch für die fliegende Verpflegung benutzt».
«Stop2Drop»
«Stop2Drop» (dt. hör auf, es fallen zu lassen) ist der Name einer Schweizer Sensibilisierungskampagne und einer NGO, die gegen Zigaretten-Littering kämpf.
In Aarau findet laut Meier in Zusammenarbeit mit der Kampagne ein Probelauf statt: «An zehn ausgewählten Spielplätzen wurden während rund zwei Monaten verschiedene Sensibilisierungsmassnahmen umgesetzt. Dazu gehörten Plakate, Plaketten auf Sitzbänken sowie ein Wettbewerb.»
Während der Kampagne habe sich das Verschmutzungsproblem jedoch nicht verändert. Meier gibt aber noch nicht auf: «Ob die Massnahmen eine nachhaltige Wirkung erzielen, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschliessend beurteilen.»
«Subers Bärn»
Die Stadt Bern lancierte mit «Subers Bärn» eine eigene Kampagne: «Dini Zigi isch ke Nuggi», ist zum Beispiel auf Plakaten an verschiedenen Stellen in der Stadt zu lesen.
Diese Plakate seien einerseits wichtig als Littering-Prävention. Andererseits brauche es mehr Massnahmen, beispielsweise regelmässige Reinigungen sowie eine konsequente Durchsetzung der Vorschriften, so Küffer.
Einige Kantone und Gemeinden haben bereits rauchfreie Spielplätze eingeführt oder diskutieren diese. Nach Angaben der NGO «Stop2Drop» setzen derzeit 24 Schweizer Gemeinden auf rauchfreie und saubere Spielplätze.
Das könnte sich lohnen. Laut dem Bundesamt für Umwelt geben die Gemeinden jährlich 52 Millionen Franken für die Beseitigung von Zigaretten-Littering aus. Denn: Zigarettenstummel sind der am häufigsten achtlos weggeworfene Gegenstand in der Schweiz.













