Zeitgemässer Schutz: St. Gallen schafft neue Terrorsperren an
Die Stadtpolizei St. Gallen schafft 2027 neue Terrorsperren an, die sich herunterklappen lassen, damit etwa Blaulichtorganisationen durchfahren können.

Die Stadtpolizei St. Gallen schafft 2027 mechanische Terrorsperren an. Sie lassen sich herunterklappen, damit etwa Blaulichtorganisationen bei Bedarf durchfahren können. Bisher setzte die Stadtpolizei sogenannte Indutainer ein, mit Wasser gefüllte Sperren.
Die mechanischen Sperren hätten gegenüber diesen weitere Vorteile, sagt Roman Kohler, Leiter Kommunikation der Stadtpolizei, auf Anfrage. Indutainer liessen sich bei Gefälle nur eingeschränkt einsetzen. Im Notfall könne das Wasser zwar rasch abgelassen werden, danach seien die Sperren aber nicht sofort wieder einsatzbereit.
Erprobt hat die Stadtpolizei die mechanischen Sperren am Weihnachtsmarkt 2025 beim Gallusplatz. Damals waren sie gemietet. Weil ein Kauf über längere Zeit günstiger ist als eine wiederkehrende Miete, kauft die Stadt die Sperren nun nach einer öffentlichen Ausschreibung.
Sie rechnet mit Kosten von rund 70'000 Franken. Für einen zeitgemässen Schutz von Veranstaltungen sei die Stadtpolizei auf wirksame Schutzsysteme angewiesen, sagt Kohler.
Mehr Munition und Abwehrmittel
Laut Budget braucht die Stadtpolizei 2027 auch mehr Munition und Abwehrmittel, weil intensivere interne Rezertifizierungskurse mit Tasern anstehen.
Weil bestehende Signalisationen instand gesetzt werden müssen, rechnet sie für Rohre, Bleche und Befestigungen mit Mehrkosten von 13'500 Franken.
Für Treibstoff budgetiert sie wegen der aktuellen Lage 12'000 Franken mehr.
Weitere 8000 Franken kosten Material für die persönliche Sicherheit und Instruktionsmaterial für interne Aus- und Weiterbildungen. Der periodische Druck von Bussenblöcken kostet zusätzlich 7'000 Franken.
Auch Sparmassnahmen
Gleichzeitig muss die Stadtpolizei sparen. Im Rahmen des Sparprogramms «Alliance» fallen bei den Uniformierten 300 Stellenprozente weg. Auch die Sparmassnahmen des Kantons treffen die Stadtpolizei.
Wie aus dem städtischen Budget hervorgeht, hat die Kantonspolizei die Vereinbarung über Einsätze des Beweissicherungs- und Festnahmeelements (BFE) der Stadtpolizei gekündigt. Damit entfällt ein finanzieller Beitrag des Kantons.
Das BFE bleibt laut Kohler dennoch bestehen. Es kommt zum Einsatz, wenn einzelne Personen gezielt aus einer grösseren Gruppe herausgeholt und festgenommen werden sollen, etwa an Demonstrationen mit Gewaltpotenzial oder bei Ausschreitungen rund um Fussballspiele.
Bisher zog die Kantonspolizei das städtische BFE nach einer festen Regelung bei. Diese fällt nun weg. Gegenseitige Unterstützung sei bei Bedarf aber auch ohne formelle Vereinbarung möglich, sagt Kohler.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «St.Galler Nachrichten» erschienen.








