Wolken trüben täglich den Feierabend – das steckt dahinter
Morgens lacht die Sonne noch vom Himmel und am Nachmittag ziehen regelmässig Wolken auf. Verantwortlich dafür ist die Sonneneinstrahlung.

Das Wichtigste in Kürze
- Fast jeden Tag ziehen ab dem Nachmittag Quellwolken auf.
- Das sorgt für Frust und Enttäuschung.
- Eine Rolle spielen die sonnigen Vormittage.
Zum Feierabend macht sich bei manchen Sommerfans Enttäuschung breit. Die Sonne, die seit dem frühen Morgen gestrahlt hat, verschwindet zunehmend. Spätestens zwischen 17 und 18 Uhr guckt sie nur noch stellenweise hinter den Wolken hervor. Der Besuch in der Badi oder der Apéro im Freien ist heiss, aber trüb.
Auch im Hinblick auf den wegen der Trockenheit herbeigesehnten Regen sind die Wolken ein Frust. Denn: Abgesehen von ein paar Regentropfen bleibt Niederschlag oft aus.
Dieser Verlauf zeigt sich in vielen Regionen der Schweiz seit einigen Wochen regelmässig.
Warme Nachmittage sind schuld
Grund für den trüben Himmel in der zweiten Tageshälfte ist die Sonneneinstrahlung. Diese erwärmt den Boden, sagt Christoph Holstein, Meteorologe bei Meteoschweiz zu Nau.ch. «Der Boden wiederum erwärmt die Luft darüber, die aufgrund der Erwärmung aufsteigt, da sie sich ausdehnt und dadurch leichter wird.» Warme Luft sei leichter als kalte.
In der Fachsprache steigen Warmluftpakete als sogenannte Thermikblasen auf. Je stärker die Sonne im Tagesverlauf die Luft erwärmt, desto schneller steigt die Luft in den Warmluftpaketen.
«Da die Erwärmung am Nachmittag am grössten ist, nimmt die Quellbewölkung vor allem jeweils am Nachmittag zu», sagt Holstein.
Damit Quellwolken entstehen, muss die Luft laut dem Meteorologen genug instabil geschichtet sein und genug Feuchte beinhalten. «Hohe Temperaturen bedeuten auch häufig, dass durch die starke Einstrahlung zumindest die unteren Luftschichten stark instabil geschichtet sind.»
Wenn nun genug Feuchte vorhanden sei, könne es auch an solchen Tagen zu Quellwolken kommen. «Insbesondere über den Bergen.»
Extrem ist dieser Effekt in den noch heisseren tropischen Regionen, wo nachmittags riesige Quellwolken den Himmel trüben.
Trotz Wolken kein Niederschlag
Wer wegen des trüben Himmels den Badibesuch abbricht, irrt sich oft. «Die grosse Mehrheit der Wolken verursacht keinen Niederschlag», sagt Christoph Holstein. «Die Wolkentröpfchen sind zu klein, als dass die Schwerkraft ausreicht, um sie zum Fallen zu bringen.»
Generell ist laut Holstein eine Hochdrucklage günstig, um wolkenlose Tage zu verursachen. «Hier wird das Aufsteigen der Luft weniger begünstigt und wenn die Feuchte nicht ausreicht, gibt es keine Wolken.»
Auch helfe es, wenn trockene, kontinentale Luft zur Alpennordseite transportiert werde. «Was zum Beispiel bei einer Bisenlage meist der Fall ist.»














