Wölfe sollen auf Grund ihrer Anzahl reguliert werden können

Keystone-SDA
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Bern,

Wölfe sollen in der Schweiz geschossen werden können, wenn ihre Population eine im Voraus bestimmte Zahl von Tieren erreicht. Dieser Schwellenwert soll mit den Kantonen festgelegt werden. Das verlangen Motionen aus dem Parlament, die der Bundesrat unterstützt.

Wolf
Wölfe sollen in der Schweiz geschossen werden können, wenn ihre Population eine im Voraus bestimmte Zahl von Tieren erreicht. - keystone

Eingereicht haben die Vorstösse der Tessiner Nationalrat Alex Farinelli (FDP) und der Tessiner Ständerat Fabio Regazzi (Mitte). Sie begründen sie mit dem «exponentiellen Wachstum» der Wolfspopulation in der Schweiz. 2010 seien es rund ein Dutzend Wölfe gewesen. Heute seien es weit über 300 und mehr als 30 Rudel.

Die Folgen für die Alpwirtschaft würden immer gravierender, begründen beide Politiker die Motionen. Zunehmend gefährdet seien auch Einwohnerinnen, Einwohner und Feriengäste. «Ein so grosser Wolfsbestand verträgt sich nicht mit unserer Kulturlandschaft, zumal er sich vorwiegend auf die Kantone im Alpenraum konzentriert», heisst es.

Sie fordern deshalb ein proaktives Wolfsmanagement anhand von klaren und einheitlichen Zahlen. Die Grossraubtiere seien nicht vom Aussterben bedroht, die Bestände wüchsen in ganz Europa, machen sie geltend. Wird der Schwellenwert überschritten, sollen sowohl einzelne Tiere als auch Rudel getötet werden dürfen.

Der Bundesrat beantragt ein Ja zu den Motionen, wie seiner am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme zu entnehmen ist. Eine Begründung für seine Position lieferte er nicht. Als nächstes werden der Nationalrat und der Ständerat über die Vorstösse entscheiden.

In der vergangenen Regulierungs-Saison liessen die Behörden in der Schweiz 89 Wölfe abschiessen, in den acht Kantonen Graubünden, Wallis, Waadt, Tessin, Glarus, Schwyz, Neuenburg und St. Gallen. Das zeigte die neueste Statistik der Stiftung Kora.

In der Regulierungsphase dürfen die Kantone Wölfe abschiessen, wenn der Bund zustimmt. Gemäss Jagdgesetz sind vorbeugende Regulierungen unter anderem möglich, um Lebensräume zu schützen sowie Schäden und die Gefährdung von Menschen zu verhindern.

Kommentare

User #3674 (nicht angemeldet)

Die Menschheit sollte auch reguliert werden!

User #6157 (nicht angemeldet)

😢 Wenn man sich international die Schadensdaten ansieht, die Landwirte bei den Versicherungen einreichen, stellt sich heraus, dass der Wolf tatsächlich nur einen sehr geringen Teil der finanziellen Schäden verursacht. Dieser Anteil ist sogar so gering, dass die Landwirte für die (tatsächlichen) Schäden, die sie durch den Wolf erleiden, problemlos entschädigt werden könnten. Dieses Medientheater ist vor allem deshalb möglich, weil wir mit dem psychologischen Schreckgespenst des grossen bösen Wolfes aufgewachsen sind. Das passt natürlich perfekt zur Medienstrategie der Populisten: Angst schüren und auf unrealistische Ängste reagieren! Vögel (Gänse, Tauben usw.) sind oft viel schädlicher für die Ernte, aber darüber wird nie geklagt. Es ist so ein heuchlerisches Theater. Fair wäre es (aber das wollen die Bauern nicht), wenn einfach eine sachliche Diskussion geführt würde und dann der Schaden einfach von der Regierung ersetzt würde. Das ist nur fair, wenn man den Wolf aus Gründen des Naturschutzes schützen will (aber das will die FDP wiederum nicht). Die SVP und die FDP sind hier das eigentliche Problem. 👴🏻

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