Wiederaufbau der Badhütte Rorschach erfolgt kaum vor 2027

Keystone-SDA Regional
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Rorschach,

Der Wiederaufbau der an Weihnachten 2024 durch einen Brand zerstörten Badhütte in Rorschach dürfte frühestens 2027 erfolgen. Das teilt die Stadt Rorschach am Freitag mit. Bis zum Baustart wird die Brandruine im See stehen bleiben.

Die Badhütte in Rorschach am Tag nach dem Feuer. Die Brandruine bleibt bis zum Wiederaufbau stehen. (Archivbild)
Die Badhütte in Rorschach am Tag nach dem Feuer. Die Brandruine bleibt bis zum Wiederaufbau stehen. (Archivbild) - KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Die Finanzierung der neuen Badhütte in Rorschach ist noch nicht gesichert. Für den Wiederaufbau des «Kulturdenkmals am See» wurde die Stiftung Badhütte gegründet. Diese will nun in den kommenden Monaten Spenden sammeln. Das schreibt die Stadt Rorschach am Freitag in einer Mitteilung.

Der Wiederaufbau kostet 6 Millionen Franken. Die Stiftung setzt sich jedoch zum Ziel, bis zu 8 Millionen Franken zu sammeln, um Reserven für den späteren defizitären Betrieb der Badhütte zu haben.

Ein Startkapital von 420'000 Franken erhielt die Stiftung am 31. März durch einen Entscheid der Rorschacher Bürgerversammlung. Mit der Genehmigung des Budgets der Stadt wurden der Stiftung bereits ausbezahlte Versicherungsleistungen als Startkapital gewährt. Gemäss Informationsblatt der Stadt Rorschach stehen noch weitere Versicherungszahlungen von 1,2 Millionen Franken aus.

Ausserdem stellt die Stadt im kommenden Jahr einen Beitrag von einer Million Franken in Aussicht. «Weiter hoffen wir auf einen grösseren Beitrag aus dem Lotteriefonds», sagte Rorschachs Stadtschreiber Richard Falk gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der Kanton werde voraussichtlich in der Sommersession darüber beraten.

Die Chancen auf zusätzliche Gelder bestehen auch bei Stiftungen, die den Erhalt von Kulturdenkmälern unterstützen, schreibt die Stadt in ihrer Mitteilung weiter. Darüber hinaus lägen bereits finanzielle Zusagen von Privatpersonen und Unternehmen vor.

Obwohl die Finanzierung noch nicht gesichert ist, bereiten die Verantwortlichen die Bewilligung für den Wiederaufbau vor. Noch vor den Sommerferien werde das Baugesuch eingereicht. Die Badhütte vor dem Ufer Rorschachs soll originalgetreu nachgebaut werden. Geplant ist ein moderner Innenausbau mit einem Gastrobetrieb, Duschen, WC und Garderoben.

Nebst der abgebrannten Holzkonstruktion müssen auch die Betonstützen, auf denen die in den 1920er Jahren gebaute Badhütte stand, aufgrund ihres Alters und der beeinträchtigten Tragfähigkeit erneuert werden.

Realistisch sei ein Baubeginn im Jahr 2027, heisst es von der Stadt. Sei der Start zum Wiederaufbau im kommenden Jahr möglich, «rechnen wir mit der Eröffnung im Jahr 2028», sagte Stadtschreiber Falk.

Bis jedoch mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, bleibt die Brandruine im See stehen. «Einerseits, weil auch der Abbruch Teil der Baubewilligung sein wird, andererseits, weil die Betonkonstruktion die Heimat einer Fledermauskolonie ist», schreibt die Stadt.

Am 23. Dezember 2024 um 3.30 Uhr erhielt die kantonale Notrufzentrale einen Brandalarm. Als die ersten Einsatzkräfte bei der Badhütte eintrafen, stand das denkmalgeschützte Gebäude in Vollbrand.

Der Grund für den Brand konnte bisher nicht geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft gehe von einem technischen Defekt oder einem unvorsichtigen Umgang mit unbewacht eingeschalteten Elektrogeräten als Brandursache aus, teilte der Rorschacher Stadtrat im April 2025 mit. Für eine Brandstiftung gebe es zwar keine Hinweise, sie könne aber auch nicht ausgeschlossen werden.

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