Weltcup Adelboden: Behörden entdecken Mängel bei Fluchtweg
Nach Crans-Montana prüften Behörden das Weltcup-Gelände in Adelboden. Mängel bei Fluchtwegen müssen noch behoben werden.
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Das Wichtigste in Kürze
- Bei den Fluchtwegen am Weltcup Adelboden wurden Mängel festgestellt.
- Diese müssen vor dem Start am Wochenende behoben werden.
- Die Kontrollen sind nach Crans-Montana aber nicht strenger.
Sind die Fluchtwege breit genug? Funktioniert der Brandschutz?
Diese Fragen standen am Donnerstagnachmittag im Zentrum, als die Behörden das Ski-Weltcup-Gelände in Adelboden BE überprüften.
Nach dem Inferno von Crans-Montana ist die Sensibilität für Sicherheit spürbar gestiegen – auch beim traditionsreichen Ski-Weltcup im Berner Oberland.
Rund 20 Fachpersonen von Polizei, Feuerwehr, Gebäudeversicherung, Sanität und Gemeinde nahmen das Gelände unter die Lupe. Geleitet wurde die Abnahme von Regierungsstatthalterin Ariane Nottaris.
Kontrolliert wurden unter anderem Tribünen, Festzelt und Zielgelände – mit Fokus auf Brandschutz und auf Fluchtwege.
Fluchtwege müssen fürs Wochenende noch optimiert werden
Dabei wurde ein konkreter Mangel festgestellt: Ein Fluchtweg war nicht ausreichend beleuchtet, wie SRF berichtet.
«Es braucht ein zusätzliches Licht, damit die Leute im Ernstfall überhaupt erkennen, wohin sie gehen müssen.» Das sagt Nottaris nach der Abnahme.
Die Fachstelle Brandschutz ordnete daraufhin den Einbau einer Sicherheitsbeleuchtung an.
Auch bei den Abschrankungen an den Tribünen gab es Beanstandungen. An einer Stelle fehlte eine Sicherung, die verhindern soll, dass Personen abstürzen.
Zudem wurde bei einem Zelt festgestellt, dass ein Fluchtweg durch festgebundene Blachen nicht gewährleistet war. Für das Rennwochenende müsse dieser offen sein, «dass man nur mit einem leichten Druck flüchten kann».
Kontrollen nach Crans-Montana «gleich streng»
Trotz der Ereignisse von Crans-Montana betont die Regierungsstatthalterin, dass sich an den Abläufen nichts geändert habe. «Die Kontrollen sind immer gleich streng.» Die Abnahme finde jedes Jahr statt und sei nichts Aussergewöhnliches bei einem Grossanlass.
Für Gerhard Germann, Sicherheitschef des Ski-Weltcups Adelboden, steht fest: «Die grösste Herausforderung ist das Wetter – und der Mensch.»
Man wisse nie, wie Menschenmengen im Ernstfall reagieren. Anfragen besorgter Bürgerinnen und Bürger habe es wegen Crans-Montana jedoch keine gegeben.
«Die Sicherheit ist ohnehin ein zentraler Punkt bei einem Grossanlass. Wir versuchen jedes Jahr, sie weiter zu verbessern.»
Noch ist nicht alles bereit, doch Germann zeigt sich zuversichtlich: Die beanstandeten Punkte sollen bis Samstagmorgen umgesetzt sein. Dann werde nochmals kontrolliert, ob ein sicherer Betrieb gewährleistet ist.
Ski-Weltcup Adelboden verzichtet auf Festlichkeiten heute Freitag
Der Ski-Weltcup Adelboden sagt das Programm am heutigen nationalen Trauertag für Crans-Montana ab. Das Gelände bleibt den ganzen Tag geschlossen – Partys gibt es keine.
Auf dem Weltcup-Gelände wird in der Kapelle zudem ein Ort der Stille eingerichtet. Betriebe und Restaurants dürfen aber offen bleiben.
Das Rennprogramm am Samstag und Sonntag soll wie geplant stattfinden. Die Veranstaltenden planen aber «Gedenkmomente» für Crans-Montana.















