WEF: Klima-Aktivisten wollen trotz Verbot nach Davos laufen

    Alexandra Aregger
    Alexandra Aregger

    Prättigau,

    Zwei Tage laufen, den dritten müssen sie mit dem Verkehr absolvieren. Die Gegner des WEF lassen sich keine Vorgaben machen und laufen trotzdem bis Davos.

    WEF
    Greta Thunberg nahm letztes Jahr an einer Demo auf dem Gelände des WEF teil. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Winterwanderung des Kollektivs «Strike WEF» wurde nur teils bewilligt.
    • Nun wehren sich die Aktivisten: Sie wollen trotzdem bis nach Davos laufen.
    • Greta Thunberg wird offenbar nicht mitlaufen.

    Die Gegner des WEF sind sauer! Gestern Mittwoch hat die Bündner Regierung ihre geplante Winterwanderung teilweise bewilligt.

    Doch den letzten Abschnitt von Klosters nach Davos dürfen die Aktivisten nicht unter die Füsse nehmen. Die Behörden verknurren das Kollektiv, den dritten Tag der Wanderung mit dem Verkehr zu absolvieren.

    Das lassen sich die Gegner des Weltwirtschaftsforums nicht gefallen: «Nach Davos laufen braucht keine Bewilligung», protestieren sie nun.

    Viele Wege führen nach Davos

    Wie das Kollektiv heute festhält, werde man auch am WEF-Eröffnungstag die geplante Wanderung nach Davos fortsetzen «und lassen uns nicht aufhalten».

    Die Behörden hatten argumentiert, das hohe Verkehrsaufkommen lasse am Eröffnungstag keine Strassensperrung zu. Es gäbe im Winter keinen geräumten Weg für Fussgänger. Auch die Kantonsstrasse nach Davos könne man nicht sperren, da diese «als Rettungsachse fungiert».

    Auf Twitter verteidigten einige User den Entscheid der Behörden. «Die Strasse nach Davos hoch zu laufen geht ja wirklich gar nicht», meint einer.

    WEF
    Einige können die Einschränkung der Bündner Behörden für das «Strike WEF»-Kollektiv verstehen. - Screenshot Twitter

    Doch das Kollektiv lässt sich nicht aufhalten und trifft sich wie geplant am Dienstag in Klosters Platz. «Von dort aus werden wir auf verschiedenen Wegen nach Davos gelangen, die keiner Bewilligungspflicht unterliegen.» Denkbar seien etwa Wanderwege, deren Benützung keinen «gesteigerten Gemeingebrauch» darstellen würden.

    Natürlich verstehe man, dass die Sicherheit oberste Priorität habe. Aber nicht etwa «die Limousine von Trump!», erklärt Sprecherin Payal Parekh auf Anfrage. Sie schlägt gar vor: «Trump soll den Zug nehmen.»

    Hoffnung auf Teilnahme von Greta wächst

    Auch kritisieren die Aktivisten die von den Behörden gesetzte Obergrenze von 300 Kundgebungs-Teilnehmern in Davos. Diese sei «absurd und nicht realistisch».

    «Wenn 3000 WEF-Teilnehmende mit ihrem Tross und Tausende von Polizei- und Sicherheitskräften Davos in Beschlag nehmen, muss Protest erlaubt sein.»

    WEF Greta
    Greta Thunberg ist beim diesjährigen WEF definitiv dabei. - keystone

    Wie von den Aktivisten erhofft, läuft Greta Thunberg nun doch nicht mit, wie CH Media berichtet. Ein Helfer der Aktivistin habe verlauten lassen, Thunberg könne nicht am Marsch teilnehmen. Beim Kollektiv heisst es, man freue sich so oder so auf über 100 Teilnehmer der «Fridays for Future»-Bewegung, die aus ganz Europa mit ihnen Kontakt aufgenommen hätten.

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