SBB

    Wäre ein SBB Nachtzug von Basel nach London möglich?

    Nadine Brügger
    Nadine Brügger

    Bern,

    Nachtzüge sind so gefragt, wie lange nicht mehr. Wer das Netz von der Schweiz aus vergrössern will, muss mit der SBB kooperieren. Das tut Pro Bahn.

    Nachtzug London SBB
    In London kam es in der Nacht zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. (Symbolbild) - Pixabay

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Fahrgastverband Pro Bahn hat ein Konzept für mehr Nachtzugstrecken erarbeitet.
    • Darin wird die Möglichkeit einer Nachtzugverbindung von Basel nach London aufgezeigt.
    • Auch direkte Nachtzugverbindungen nach Barcelona oder Kopenhagen werden aufgezeigt.

    Die Grüne Welle hat bei den vergangenen Wahlen das Schweizer Parlament überrollt. Viele wünschen sich, dass sie bald auch über den Schweizer Schienenverkehr donnert. In Form von häufigeren Verbindungen. Oder als Alternative zu Flugreisen – als Nachtzüge nämlich.

    SBB pflegt Kooperation mit ÖBB

    Springen die SBB bald auf den Nachhaltigkeits-Zug auf? «Die SBB betreibt den internationalen Personenverkehr ausschliesslich auf Kooperationsbasis», verneint Martin Meier, Mediensprecher bei den SBB.

    Man bespreche allerdings gerade einen Ausbau der Zusammenarbeit mit den Östereichischen Bundesbahnen (ÖBB). Das dürfte sich lohnen: Eben haben die ÖBB nämlich ihre neuen Schlafwaggons vorgestellt. Diese lassen sich durchaus sehen.

    SBB Nachtzug Barcelona
    Weil die Schweizer von Barcelona so bezaubert waren, wurde einst die SBB Nachtzugstrecke Zürich – Barcelona eingerichtet. - Pixabay

    Der Fahrgastverband Pro Bahn Schweiz allerdings würde sich von den SBB grössere Schritte wünschen. «Neben den heutigen Reiseziele sind in den nächsten Jahren weitere in das Angebot aufzunehmen. Insbesondere Barcelona, Rom, Amsterdam und Dresden-Prag», so der zuständige Arbeitsgruppenleiter Bastian Bommer.

    Nachtzug-Konzept für SBB

    Pro Bahn hat den SBB allerdings ein ausgearbeitetes Konzept vorgelegt, um weitere Nachtzug-Verbindungen auszuarbeiten. Etwa eine Verbindung nach London.

    Kopenhagen
    Die dänische Hauptstadt stellt an zweiter Stelle der Studie. - Pixabay

    «Mit dem Nachtzug könnte man im Londoner Zentrum ankommen, bevor der erste Flug in Heathrow landet», steht im Konzept. «Technisch bringt diese Linie die grössten Herausforderungen mit sich und, mangels jeglicher Erfahrung, auch die grössten Risiken», erklärt Pro Bahn.

    Dafür wäre sie aus Markt- und Kundensicht «hochinteressant». Bei Zügen, die den Eurotunnel benutzen, muss das Check-In am Einstiegsbahnhof erledigt werden. «Dafür würde sich eventuell Basel eignen», so Pro Bahn.

    London Nachtzug SBB
    Mit dem Nachtzug mitten in die Londoner Innenstadt? Das könnte dereinst möglich sein. - Keystone

    Damit wir künftig mit dem Nachtzug nach London kommen, oder nach Barcelona und Kopenhagen, sieht Pro Bahn nicht nur die SBB in der Pflicht. Vielmehr müsse die Politik sich jetzt «klar zum internationalen Bahnverkehr und insbesondere zum Nachtzugverkehr bekennen. Auch finanziell. Dazu würde sich der gebundene Teil der Flugticketabgabe anbieten», so Bommer.

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    Kommentare

    User #78 (nicht angemeldet)

    Wen das genauer interessiert: bitte unter der Rubrik Euro*star im Wiki "googeln". Ist ziemlich ausführlich und verständlich in Deutsch, Englisch und Französisch verfügbar.

    User #78 (nicht angemeldet)

    Nein. Die Eng.länder haben ein anderes, kleineres Wagen Umgrenzungsprofil, Eurotunnel - logischerweise - wahnsinnige Auflagen. Dazu kommt die obligatorische Grenzkontrolle, die sonst beim Euro Star schon vor dem Einsteigen in Paris bzw. Brüssel resp. London vorgenommen wird. Der letzte - durchgehende - Nachtzug vom europäischen Festland war der "Boattrain" der ehemaligen CIWL von Paris und Brüssel aus. Ein reiner 1.Kl Schlafwagen Zug. Die SNCF hat ihn dann ein paar Jahre später "beerdigt". Doch so ganz neu ist die Idee nicht: selbst Eurostar hatte mal Nachtzüge von Frankfurt/ Main aus geplant. Selbst die Schlafwagen dazu waren schon bei De Dietrich in Reichshofen im Elsass gebaut worden, gingen jedoch nie in Betrieb weil: zuuu hohe Energiekosten im Betrieb, die lückenlose Kontrolle der Fahrgäste konnte in Frankfurt in einem vollständig abgetrennten Bahnhofsteil und anschließend via Köln Hbf und Brüssel bis zur Tunnelainfahrt bei Calais nicht 100 prozentig sicher gestellt werden. Und da war UK sogar noch Mitglied der EU! Irgendwann hat Eurostar dann die Schlafwagen wegen Hoffnungslosigkeit verkauft. Ich glaube, die fahren jetzt seit ein paar Jahren in Kanada nach Neuschottland, Halifax und so.

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