Wädenswil ZH: Schalter wegen Hitze zu – so verteidigt sich Gemeinde
Wegen der Hitze bleiben die Schalter der Stadtverwaltung in Wädenswil ZH geschlossen. Das sorgt im Netz für Spott. Nun verteidigt sich die Gemeinde.

Das Wichtigste in Kürze
- Wegen der Hitze passt die Stadtverwaltung Wädenswil ihre Bürozeiten an.
- Auf Social Media sorgt die befristete Massnahme für Spott.
- Gegenüber Nau.ch nimmt die Gemeinde nun Stellung.
Aufgrund der anhaltenden Hitzeperiode bleiben die Schalter der Abteilung Soziales in Wädenswil voraussichtlich bis und mit Freitag, 14. August 2026 jeweils am Nachmittag geschlossen. Das teilt die Stadt Wädenswil vergangene Woche mit.
Betroffen seien die Sozialen Dienste an der Schönenbergstrasse 4 sowie die Asyl- und Wohnbegleitung am Kirchweg 13.
Die Schalter sind morgens von Montag bis Mittwoch sowie am Freitag jeweils von 8 bis 11.30 Uhr geöffnet. Am Donnerstag bleibt die Abteilung ganztägig geschlossen, heisst es.
Spott auf Social Media
Im Netz kommen die veränderten Öffnungszeiten nicht nur gut an. Auf Facebook sind teilweise spöttische Kommentare zu lesen.

«Ein Hohn Gegenüber allen Arbeitenden», schreibt etwa ein User in der Gruppe «Wädenswil Forever». Eine andere Nutzerin meint: «Ohne Worte!»
Die FDP Wädenswil teilt einen eigenen Beitrag zum Thema. Darin steht «Wir bewahren auch an heissen Tagen einen kühlen Kopf. Wir stehen für eine Verwaltung, die verlässlich bleibt.»

«Bis zu 33 Grad im Büro»
Auf Anfrage nimmt die Stadtverwaltung gegenüber Nau.ch Stellung zu den veränderten Öffnungszeiten.
Es handle sich dabei um «eine befristete Sofortmassnahme», teilt Sonja Joos, Kommunikationsverantwortliche der Stadt Wädenswil, mit.

«An Hitzetagen können in den betroffenen Büroräumlichkeiten Temperaturen von bis zu 33 Grad Celsius erreicht werden», so Joos. Diese Temperaturen würden deutlich über den arbeitsmedizinisch empfohlenen Werten liegen.
Joos weiter: «Als Arbeitgeberin ist die Stadt verpflichtet, im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht geeignete Massnahmen zum Schutz von Mitarbeitenden und Kundschaft zu treffen.»
Gebäude unter Denkmalschutz
Ventilatoren würden bereits vereinzelt eingesetzt. Fest installierte Klimaanlagen seien in den betroffenen Räumlichkeiten aber nicht vorhanden.
«Weitere Geräte wurden anfangs Sommer bestellt, konnten aufgrund aktueller Lieferverzögerungen jedoch noch nicht vollständig bereitgestellt werden.»

Und auch das Gebäude an sich spiele eine Rolle. Dieses stehe nämlich unter Denkmalschutz. Joos: «Bauliche Eingriffe und damit auch die Installation entsprechender Anlagen sind nur eingeschränkt möglich und bedürfen einer sorgfältigen Prüfung.»
«Dienstleistungen bleiben sichergestellt»
Die Kommunikationsverantwortliche stellt zudem klar: «Die Reduktion der Schalteröffnungszeiten ist unter Berücksichtigung der Besucherfrequenzen vertretbar.» So könne ein Grossteil der Anliegen im Voraus geplant oder über Termine abgewickelt werden.
Ausserdem gehe eine Ausweitung der Homeoffice-Möglichkeiten mit den Massnahmen einher. «Dadurch können die Mitarbeitenden ihre Arbeit unter geeigneteren Bedingungen weiterhin uneingeschränkt erbringen. Die Dienstleistungen der Sozialen Dienste und der Asyl- und Wohnbegleitung bleiben somit sichergestellt», so Joos.

Die übrigen Verwaltungsabteilungen seien nicht von der befristeten Massnahme betroffen. Dort bleiben Öffnungszeiten unverändert.
Joos: «Dies ist möglich, weil die räumlichen Gegebenheiten und die jeweiligen betrieblichen Anforderungen unterschiedlich sind.»








