«Vor 14 würde ich Kindern bestimmt kein Smartphone kaufen»
Früher Medienkonsum beeinträchtigt die Entwicklung des Gehirns. Darum sollten Kinder laut Expertin frühestens mit 14 Jahren ein eigenes Smartphone bekommen.

Das Wichtigste in Kürze
- Übermässige Bildschirmzeit und soziale Medien können die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen.
- Kinder sollten laut Expertin erst mit 14 Jahren ein eigenes Smartphone bekommen.
- Statt Zeit am Handy zu verbringen, sollten Kinder spielen und sich auch mal langweilen.
Ein Smartphone gehört heute für viele Kinder längst zum Alltag. Doch die Bildschirmzeit bleibt nicht ohne Folgen. Die Neurowissenschaftlerin Barbara Studer warnt im Elternmagazin «Fritz und Fränzi» vor den Risiken eines zu frühen und übermässigen Medienkonsums.
Laut der Neurowissenschaftlerin entwickelte sich das menschliche Gehirn gerade in der Kindheit rasant. Dafür braucht es laut Studer vor allem echte Erfahrungen: Bewegung, freies Spielen, Gespräche, Natur und den direkten Kontakt mit anderen Menschen.
Gehirn ist erst mit 25 Jahren ausgereift
Einige Hirnareale reifen sehr langsam, wie das Stirnhirn, das unter anderem für Planung, Aufmerksamkeit und Impulskontrolle zuständig ist. Es ist erst im Alter von etwa 20 bis 25 Jahren vollständig ausgebildet. Darum lassen sich Kinder und Jugendliche besonders leicht ablenken und sie sind anfällig für schnelle Belohnung.
Wer ständig aufs Handy schaut, lässt sich immer wieder ablenken. Und endloses Scrollen, Likes und Kurzvideos können das Belohnungssystem überreizen. Dadurch wird das Stirnhirn weniger trainiert und es kann zu Entwicklungsverzögerungen bei Heranwachsenden kommen.
Studer ist deshalb überzeugt: «Vor 14 würde ich Kindern bestimmt kein Smartphone kaufen. Und jedes zusätzliche Jahr ohne ist ein Gewinn», sagt sie. Mit sozialen Medien sollten Jugendliche ihrer Empfehlung nach sogar bis 16 warten.
Langeweile ist gut fürs Gehirn
Was tun Kinder, wenn das Handy fehlt? Genau das, was ihnen guttut: draussen spielen, Sport treiben, Musik machen, Freundschaften pflegen oder einfach einmal nichts tun. Denn Ruhe und Langeweile geben dem Gehirn Zeit, Erlebnisse zu verarbeiten und neue Ideen zu entwickeln.
Doch Jugendliche wollen dazugehören und mit Freunden vernetzt bleiben. Studer empfiehlt deshalb, ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen und gemeinsam Lösungen zu finden. Zum Beispiel mit einem Handy nur für Nachrichten und zum Telefonieren ohne andere Apps.
Für Studer geht es nicht um Verbote um der Verbote willen, sondern um den Schutz und die Entwicklung der Kinder. Sie sagt: «Wir geben Kindern ja auch keinen Alkohol zu trinken.»
















