Vom Durchhalten zur Kündigung: Hof zu Wil wirft Pächter raus
Die Pächter des Hofs zu Wil werden rausgeworfen. Marcel Kampe irritiert, dass das gleich nach dem Ende der Bauarbeiten geschieht.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Pächterpaar des Restaurants Hof zu Wil hat die Kündigung erhalten.
- Marcel und Angelina Kampe wollen aber nicht aufgeben.
Wil Die Hofstiftung und das Mieterpaar haben das Heu nicht auf der gleichen Bühne – das wurde an der Medienkonferenz des Stiftungsrats am 26. August klar.
Die Stiftung habe nicht dieselben Ziele wie die Mieter – die Stiftung wolle zum Beispiel alles aus einer Hand, die Mieter die eigenen Räume möglichst auslasten, hielt Thomas Feller fest (WN vom 3. September). Die Gerüchte über die Auflösung des Verhältnisses dementierte der verantwortliche Stiftungsrat Finanzen allerdings.
Nur drei Tage später wurde das Kündigungsschreiben von der Stiftung unterzeichnet. «Dass uns nun ausgerechnet nach der Eröffnung und dem Ende der Bauarbeiten vom Stiftungsrat, der uns während der Bauphase immer wieder ums Durchhalten gebeten hat, plötzlich gekündigt wurde, enttäuscht und irritiert uns», sagt Marcel Kampe.
Pächter freuten sich auf die Gesamteröffnung nach den Bauarbeiten
Das Mieterpaar betreibt die Gastronomie seit dem 1. Oktober 2024. Die Zeit während der Bauphase sei sehr anspruchsvoll gewesen. Umso mehr haben sich Kampes auf die Gesamteröffnung gefreut.
«Während der schwierigen Bauphase waren wir der richtige Partner. Jetzt, wo der Hof eröffnet ist, soll unsere Geschäftstätigkeit eingeschränkt werden und der Mietvertrag wird gekündigt», ärgert sich der Wirt.
Bei Vertragsabschluss war laut Marcel Kampe ausdrücklich vorgesehen, dass die Gastronomie «einen sehr hohen und prägenden Stellenwert» im Hof zu Wil einnimmt und neben dem Restaurant auch «die Durchführung einer breiten Palette von Anlässen und Veranstaltungen» umfasst.

Die vollumfängliche Verantwortung für alle Räume und deren Auslastung durch die Gastronomie Mieterschaft sei seitens der Stiftung gewünscht und für Kampes eine wesentliche Grundlage für ihre Zusage gewesen. Weil die Stiftung reputationsmässig und finanziell unter Druck stehe, wolle sie nun den Veranstaltungsteil plötzlich selbst übernehmen, vermutet der Wirt.
Das Paar bezeichnet die Kündigung als haltlos. Gemäss Marcel Kampe beruhe das Kündigungsschreiben auf finanziellen Forderungen, «die aber nicht bestehen und die wir bestreiten», betont er.
Dieses Vorgehen könne man nur so verstehen, dass die Stiftung händeringend nach Möglichkeiten suche, ihre eigenen finanziellen Probleme zu lösen. «Wir haben Verständnis dafür, dass die Stiftung nun aufgrund der baulichen Situation finanziell und politisch unter starkem Druck steht», betont er.
Es seien in der Vergangenheit offenkundig strategische Fehler begangen worden. «Diese dürfen jetzt allerdings nicht auf Kosten der beteiligten Handwerker, der Steuerzahler der Stadt Wil und unserer erfolgreichen Aufbauarbeit ausgetragen werden.»
Wirt will sich bei Bedarf rechtlich zur Wehr setzen
Von den beteiligten Handwerkern werde Entgegenkommen und Geduld verlangt – das Mieterpaar wünscht sich, dass dies auch gegenüber ihnen gelte. «Wir werden uns bei Bedarf rechtlich zur Wehr setzen, wenn die Stiftung sich nicht eines Besseren besinnt», sagt der Wirt klar.
«Wir erwarten, dass getroffene Vereinbarungen eingehalten und öffentliche Aussagen transparent, neutral und sachlich kommuniziert werden – gerade von einer Stiftung, die der Öffentlichkeit und den Interessen der Stadt und ihrer Bevölkerung zu dienen hat.»
Marcel und Angelina Kampe sind weiterhin überzeugt von ihrem Konzept: «Wir sind stolz, dass wir immer noch hier stehen. Unsere Mitarbeitenden leisten jeden Tag hervorragende Arbeit», betont das Paar. «Die steigenden Buchungen für gediegene Anlässe bei uns zeigen, dass wir mit unserem Einsatz auf dem richtigen Weg sind.»








