Viele Schweizer wollen keine teuren Kleider mehr

    Stephan Felder
    Stephan Felder

    Lausanne,

    Die Aktienkurse von Luxusunternehmen brechen ein. Sorgen in China sind Hauptursache. Es wird aber auch eine gewisse Luxusmüdigkeit festgestellt.

    Luxus
    Viele Schweizer sind luxusmüde. Abgebildet: Eine Frau bei einem Luxuskleidergeschäft an der Zürcher Bahnhofstrasse. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Luxusunternehmen verzeichnen einen Umsatzrückgang, Aktienkurse brechen ein.
    • Sinkende Nachfrage in China ist Haupttreiber der schwachen Zahlen.
    • Es herrscht in vielen Märkten aber auch eine gewisse Luxusmüdigkeit.

    Der Luxusindustrie geht es schlecht. Branchenführer wie Kering verzeichneten im dritten Quartal des Jahres einen Umsatzrückgang von 15 Prozent.

    Die Aktie des Unternehmens fiel seit Jahresbeginn um satte 40 Prozent. Zu Kering gehören bekannte Luxusmarken wie Gucci, Saint Laurent oder Balenciaga.

    Speziell leidet der Textil- und Lederwarenmarkt. Schmuck und Uhren erweisen sich hingegen als stabiler. Sie profitieren von ihrem zeitlosen Charakter und ihrem Ruf als langlebige Wertanlagen.

    China und die Luxusmüdigkeit

    Hauptursache für die schlechte Wirtschaftslage ist China, das in den letzten Jahren der Wachstumsmotor für die Luxusindustrie war. Nun sinkt in China die Nachfrage nach Luxusgütern aufgrund der dortigen Immobilienkrise und der hohen Jugendarbeitslosigkeit dramatisch.

    Ebenfalls im Luxussegment tätig ist Chanel. Frédéric Grangié, Leiter der Uhren- und Schmuckabteilung bei den Franzosen, erkennt für die Krise der Branche noch einen anderen Grund.

    Kaufst du ab und zu Luxusprodukte?

    «Beim Kunden ist eine Luxusmüdigkeit zu beobachten», sagt Grangié in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung «Le Temps». Die Kundschaft beginne sich zu fragen, was der Sinn der Luxusindustrie sei.

    Befeuert werde diese Luxusmüdigkeit durch Preisanstiege sowie die massenhafte Verfügbarkeit vieler Luxusprodukte. Gerade in reifen Märkten wie der Schweiz habe sich eine Ermüdung gegenüber der ständigen Luxuswerbung eingeschlichen.

    «Wird unser Geschäft beeinflussen»

    Die Luxusindustrie sei es gewohnt, raue Zeiten in der Weltwirtschaft zu überstehen, aber «diese Krise wird unser Geschäft tiefgreifend beeinflussen». Denn, so Grangié: «Unsere Kundschaft ist es leid, von Luxus erschlagen zu werden.»

    Grangié erwartet, dass auch die Jahre 2025 und 2026 «kompliziert» werden und sich die Krise der Luxusindustrie noch akzentuiert.

    Grundsätzlich gilt in der Luxusbranche: Die Oberklasse zeigt sich widerstandsfähiger gegenüber wirtschaftlichen Schwankungen, da ihre Zielgruppe weniger von konjunkturellen Unsicherheiten beeinflusst wird.

    Die strategische Neuausrichtung vieler Marken auf jüngere Zielgruppen und ein breiteres Publikum scheint jedoch an ihre Grenzen zu stossen. Es scheint, dass diese Kundschaft dem Luxus bereits abgeschworen hat.

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    Kommentare

    User #1313 (nicht angemeldet)

    Brauche definiv keine Luxus Klamotte...ich brauche vor allem mega bequeme und praktische Kleider sowie Schuhe.

    User #6187 (nicht angemeldet)

    Ab und zu kaufe ich etwas teures. Macht einfach mehr Spass und hält lange und sogar für immer.

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