Eishockey-WM: Kniefall vor Putin – Nati muss Rückgrat zeigen!
Der Sportgerichtshof CAS erlaubt Russland die Teilnahme an der Eishockey-WM 2027. Die Schweiz müsste eine Reaktion zeigen – schiebt aber die Verantwortung ab.

Das Wichtigste in Kürze
- Der CAS hat Russland die Teilnahme an der Eishockey-WM 2027 gestattet.
- Zahlreiche Länder kündigen einen Boykott an, auch Sponsoren planen den Rückzug.
- Die Schweiz will keine Haltung zeigen, sondern schiebt den Weltverband vor. Ein Kommentar.
Es gibt nur ein Wort für den Kniefall des CAS zur Eishockey-WM: Eine Schande.
Das zeigt alleine schon die Reaktion quer durch den Westen: Finnland – als direkter Nachbar des russischen Kriegstreibers ohnehin in höchster Alarmbereitschaft – droht mit einem WM-Boykott. Dänemark, Schweden, Norwegen, Tschechien, Lettland und Österreich ziehen mit.
Sogar WM-Gastgeber Deutschland bezieht klar Stellung: «Wir lehnen die Rückkehr russischer Nationalmannschaften zu internationalen Eishockeyturnieren ab», teilt der DEB mit. «Eine Zulassung Russlands hat für uns als Gastgeber erhebliche sicherheitsrelevante, politische und wirtschaftliche Folgen.»

Auch aus der Wirtschaft gibt es klare Signale: Die WM-Sponsoren Skoda und Strauss planen ebenfalls mit einem Boykott. «Wenn das russische Nationalteam an dem Turnier teilnimmt, werden wir unsere Beteiligung überdenken und weitere Massnahmen ergreifen», so Skoda. «Sollte Russland an der WM teilnehmen, werden wir auf jegliche Logopräsenz im Umfeld des Turniers verzichten», erklärt Strauss.
Ein Urteil als Kniefall vor dem Kriegstreiber
Der CAS öffnet Russland, das seit fünf Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, mit seinem Kniefall-Urteil Tür und Tor. Wie gern präsentiert sich Kriegstreiber Putin öffentlich als Opfer des ungerechten Westens: Sanktionen, Ausschlüsse, Sperren – eine einzige Ungerechtigkeit gegen das arme Russland!

Mit seinem Urteil spielt der CAS nun dem russischen Propaganda-Apparat in die Hände: «Seht her», wird es heissen, «das unabhängige Gericht gibt uns Recht! Wir sind tatsächlich das Opfer», werden die russischen Medien schreiben. Bravo an die CAS-Richter für diesen diplomatischen Triumph!
Die Schweiz muss endlich Rückgrat zeigen
Und auch die Reaktion des Schweizer Eishockey-Verbands ist – mangels treffenderer Formulierungen – eine Blamage: «Abwarten und Tee trinken», lautet die Devise bei Swiss Ice Hockey.

«Die weiteren Schritte zur Umsetzung des Urteils liegen nun in der Zuständigkeit des Internationalen Eishockeyverbands IIHF», so das Statement.
Man werde die weiteren Entwicklungen «aufmerksam verfolgen» und die Entscheidungen des Eishockey-Weltverbands IIHF «abwarten». Die Verantwortung wird mit dieser Haltung feige auf andere abgeschoben.

Der neue SIHF-Präsident Marc Lüthi schweigt gleich ganz zum CAS-Entscheid. Es bräche dem Schweizer Hockey kein Zacken aus der Krone, würde man für einmal Haltung zeigen. Für einmal aktiv Stellung zu beziehen. Aber dazu fehlt offenbar das Rückgrat.












