Verträge mit Bührle-Stiftung werden vollständig veröffentlicht

    Keystone-SDA
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    Zürich,

    Die Leihverträge zwischen der Zürcher Kunstgesellschaft und der Bührle-Stiftung sollen öffentlich gemacht werden.

    Stiftung Sammlung E. G. Bührle
    Eine Büste von Emil Georg Bührle, kreiert von Charles Bänninger. Der Unternehmer und Kunstsammler wurde mit Waffenexporten reich. (Archivbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Verträge zwischen der Zürcher Kunstgesellschaft und der Bührle-Stiftung werden öffentlich.
    • Wegen problematischen Werken stehen die Bührle-Stiftung und das Kunsthaus in Kritik.

    Der bisherige und der neue Leihvertrag zwischen der Bührle-Stiftung und der Zürcher Kunstgesellschaft sollen vollständig veröffentlicht werden. Die Offenlegung soll erfolgen, sobald der neue Vertrag unterzeichnet ist.

    Ursprünglich sollten die Dokumente bereits im Januar veröffentlicht werden, nun wird aber eine Veröffentlichung im Februar angestrebt. Dies teilte das Kunsthaus Zürich auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Donnerstag mit.

    Alle Karten werden aufgedeckt

    Der 2012 abgeschlossene Dauerleihvertrag zwischen der Stiftung Sammlung Emil Bührle, der Stifterfamilie und der Zürcher Kunstgesellschaft wird vollständig veröffentlicht. Ebenso der neue Ablösevertrag. Das hat der Vorstand der Zürcher Kunstgesellschaft, dem Trägerverein des Kunsthauses, am Mittwoch beschlossen.

    stiftung sammlung e. g. bührle
    Die Leihverträge zwischen der Bührle-Stiftung und der Zürcher Kunstgesellschaft sollen vollständig veröffentlicht werden. - sda - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

    Die Dokumente sollen zugänglich gemacht werden, sobald der neue Vertrag unterzeichnet wurde.

    Bilder mit problematischer Herkunft

    Die Bührle-Stiftung und das Kunsthaus stehen in der Kritik. Unter anderem weil der Direktor der Stiftung untersucht hatte, ob unter den ausgeliehenen Werken solche mit problematischer Herkunft dabei sind. Gemäss Kritikern der Sammlung könnte Bührle zur Zeit des zweiten Weltkriegs auch Bilder von jüdischen Sammlern gekauft haben. Diese sind aufgrund ihrer Verfolgung durch die Nationalsozialisten in Deutschland in wirtschaftliche Not geraten sind.

    Emil Georg Bührle war durch Waffengeschäfte während und nach dem Zweiten Weltkrieg zum damals reichsten Mann der Schweiz geworden.

    Emil Bührle
    Portrait des Zürcher Unternehmers und Kunstsammlers Emil Georg Bührle, aufgenommen im Jahr 1943. - keystone

    Bei keinem der Bilder gibt es hinreichend begründete Hinweise auf eine problematische Herkunft. Die stiftungseigene Herkunftsforschung brachte dies bislang zu Tage.

    Ein unabhängiges Expertengremium soll abklären, ob die Stiftung ihre Provenienzforschung richtig betrieben und die Ergebnisse korrekt präsentiert hat. Das hat das Kunsthaus Zürich nach Aufkommen einer heftigen Debatte darüber und nach einer Forderung der Stadt Zürich beschlossen.

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