Verdächtiger von Engwang TG flüchtete in abgelegene Gegend Spaniens

Der mutmassliche Täter des Tötungsdelikts von Engwang TG flüchtete in eine abgelegene Gegend in Spanien. Wie die europäische Justizbehörde Eurojust am Dienstag mitteilte, gestaltete sich die Überwachung des Verdächtigen in Spanien äusserst schwierig: Sein Anwesen befand sich in gebirgigem Gelände und war mit umfangreichen Videoüberwachungssystemen gesichert.

Im Raum steht ein Tötungsdelikt: Die Kantonspolizei Thurgau durchsuchte eine Liegenschaft in Engwang TG. (Symbolbild)
Im Raum steht ein Tötungsdelikt: Die Kantonspolizei Thurgau durchsuchte eine Liegenschaft in Engwang TG. (Symbolbild) - KEYSTONE/CHRISTIAN MERZ

Während die Staatsanwaltschaft und Polizei des Kantons Thurgau am 28. April das Grundstück des gemeinsamen Wohnsitzes des Verdächtigen und des Opfers in Engwang durchsuchten, vollzogen die spanischen Behörden die Festnahme.

Zuvor sei der Tatverdächtige nach Spanien ausgewandert. Es stellte sich heraus, dass seine Partnerin niemals dorthin gereist war, heisst es in der Mitteilung von Eurojust. Die Justizbehörde sei in die internationale Ermittlung durch Abwicklungen von Rechtshilfegesuchen und die Koordination involviert gewesen. Dabei galt es hauptsächlich, den Verdächtigen zu lokalisieren, Beweise zu sichern und die sterblichen Überreste des Opfers zu finden.

Die 51-jährige Frau war als vermisst gemeldet. Sie ist gemäss Eurojust letztmals nach einem Arzttermin in der Schweiz gesehen worden. Anfang 2026 schöpfte die Familie der Frau Verdacht, nachdem über längere Zeit kein Kontakt mehr bestanden hatte, woraufhin Ermittlungen eingeleitet wurden.

Am selben Tag, an dem in Spanien die Handschellen klickten und der Verdächtige festgenommen wurde, fand die Thurgauer Polizei auf dem Grundstück in Engwang TG sterbliche Überreste. Abklärungen des Instituts für Rechtsmedizin St. Gallen ergaben, dass es sich bei der verstorbenen Person um die vermisste Frau handelt.

Der mutmassliche Täter befindet sich weiterhin in Spanien in Auslieferungshaft, wie ein Sprecher der Thurgauer Staatsanwaltschaft am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Das Grundstück in Engwang sei weiterhin abgesperrt und der Einsatz noch nicht abgeschlossen. «Neue Ermittlungserkenntnisse können dazu führen, dass eine erneute Durchsuchung der Liegenschaft notwendig wird», so der Sprecher weiter.

Der Tatverdächtige wohnte zwischenzeitlich gemeinsam mit der später tot aufgefundenen Frau in Engwang und führte eine Beziehung mit ihr, hatte die Staatsanwaltschaft auf eine frühere Anfrage hin erklärt: «Wir haben sehr umfangreiche Ermittlungen durchgeführt und aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse gehen wir von einem Tötungsdelikt aus.»

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