Frauen, die besonders stark unter Menstruationsbeschwerden leiden, sollen in Zürich künftig bezahlte freie Tage erhalten. Wie stehen Zürcherinnen dazu?
Interview über Mens - Nau.ch/Drone-Air-Media.ch
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Das Wichtigste in Kürze

  • In der Stadt Zürich sollen Frauen bald einen monatlichen «Menstruationsurlaub» erhalten.
  • Der Stadtrat will ein solches Pilotprojekt für Frauen mit starken Regelschmerzen starten.
  • Wie stehen die Zürcherinnen dazu?

Zwischen 25 und 35 Prozent der Frauen leiden unter regelmässigen und sehr starken Menstruationsbeschwerden. Der Zürcher Stadtrat will Betroffenen jetzt helfen und ihnen bis zu fünf Tage pro Monat freigeben – mit Bezahlung. Der Rat will ein entsprechendes Pilotprojekt für städtische Mitarbeiterinnen starten.

Das Thema spaltet die Gemüter. So spricht beispielsweise Anna-Béatrice Schmaltz (Grüne), Postulantin der Forderung, von einer «feministischen Forderung, die seit Jahren besteht».

Bern
Kampagnenleiterin Anna-Béatrice Schmaltz bei einer Medienkonferenz gestern Mittwoch in Bern. - Keystone

Yasmine Bourgeois (FDP) findet das Projekt hingegen unnötig, da sich Betroffene auch so krankschreiben könnten. Doch wie stehen Zürcherinnen zum möglichen «Menstruationsurlaub»?

Finden Sie einen Menstruationsurlaub eine gute Sache?

«Das finde ich grundsätzlich keine schlechte Idee», meint Jessie. «Es gibt viele Frauen, die schwer mit dem zu kämpfen haben.» Leider würden sie aber damit von vielen Arbeitgebern nicht ernst genommen.

Gefahr der Ausnutzung besteht

Auch Sonja ist der Meinung, dass es nicht schaden kann, das Thema anzusprechen. Sie sieht aber auch ein, dass wohl die Gefahr besteht, dass die Regelung ausgenutzt werde. «Das wäre natürlich sehr schade für Frauen, die wirklich schwer betroffen sind. Diese könnten sehr von den fünf Tagen profitieren.»

«Für Frauen, die wirklich fünf Tage lang Beschwerden haben, ist es eine gute Sache», findet auch Kimberly. «Andere werden das aber definitiv auch ausnützen», meint sie jedoch. Das geschehe aber auch sonst schon bei Krankheitstagen, ist Jessie überzeugt.