Ukrainerin Diana will in nur 1 Jahr Schweizerdeutsch lernen
Was ihr Schweizerdeutsch-Geheimnis ist. Und mit welchem Gölä-Lied sie unsere Sprache jetzt lernt. Ukrainerin Diana verrät es im Nau.ch-Interview.
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Das Wichtigste in Kürze
- Diana Zaverukha (25) landet zufällig in der Schweiz – und bleibt, weil ein «Schutzengel» ihr hilft.
- Heute lernt die Ukrainerin Schweizerdeutsch mit Göläs Musik, Beizenbesuchen und ihrer Instagram-Community.
- Ihr Ziel bleibt klar: «Alles ist möglich – auch Schweizerdeutsch.»
- Nau.ch verrät sie ihre Schweizerdeutsch-Tricks.
Diana Zaverukha bezeichnet sich selbst als halb Slawin, halb «Bünzli». Und sie hat Grosses vor.
«Ich will die erste Ukrainerin sein, die nach einem Jahr Schweizerdeutsch spricht», nimmt sich die 25‑Jährige vor.
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Diana stammt aus Peremyschljany, einer Kleinstadt im Oblast Lwiw im Westen der Ukraine.
Seit vier Jahren lebt sie in der Schweiz. Erst im Berner Seeland, heute in Thun. Im Schadaupark am Thunersee trifft Nau.ch sie zum Gespräch.
Ukrainerin landet per Zufall in der Schweiz
Dass Diana heute hier ist, passiert durch Zufall – und einem Moment, der alles verändert.
Im März 2022 – kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs – will sie eigentlich in die Türkei reisen. «Für einen Foto- und Videokurs», erklärt sie.

Doch dann dreht das Leben. Auf dem Weg in die Türkei legt sie einen Zwischenstopp in Zürich ein. Aus dem Zwischenstopp wird ein endgültiger Stopp.
Denn: Am Flughafen hilft sie einer Ukrainerin, die weder Deutsch noch Englisch spricht. Dadurch verpasst Diana ihren Weiterflug.
Doch auch der Plan, erneut nach Istanbul zu fliegen, zerschlägt sich. Die Videografin vor Ort – ebenfalls eine Ukrainerin – will die Türkei verlassen.
Schutzengel brachte Diana zu Gastmutter
Und in die Ukraine kann Diana wegen des Krieges nicht zurück. «Ich musste also in der Schweiz bleiben», sagt sie.
«Ich war komplett auf mich alleine gestellt», erinnert sie sich. «Ich kannte niemanden in der Schweiz oder jemand, der jemanden kennen könnte.»
Im Swisscom-Shop kauft sie eine SIM-Karte, um ihre Mutter anzurufen. Ein Mitarbeiter hört das Gespräch und reagiert sofort.

«Er war ein Schutzengel», sagt Diana. «Er sagte mir, dass er jemanden kenne, der Ukrainer aufnehmen möchte.»
Für Diana ist das ein «Zeichen». Sie entscheidet sich, zu bleiben. Zurück in die Ukraine zu gehen, ist wegen des Krieges keine Option.
Vorher hatte sie kaum Berührungspunkte mit der Schweiz. Der Kulturschock ist entsprechend gross. «Besonders erstaunt war ich, wie genau ihr es mit der Abfalltrennung nehmt», sagt sie.
In der Ukraine hat sie Fremdsprachen und Lehramt studiert. Deutsch gehöre allerdings nicht zu ihren Sprachen.
«Mag Hochdeutsch nicht wirklich»
Hochdeutsch lernt sie erst in der Schweiz, als sie an einer Schule als Tagesschulbetreuerin und Lehrerin arbeitet. Dort hat sie Glück: «In der Schule wurde Hochdeutsch gesprochen.»
Für sie ein entscheidender Vorteil. Viele lernen Hochdeutsch im Kurs – und hören draussen nur Schweizerdeutsch. Bei Diana passt beides zusammen.
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Zusätzlich paukt sie Grammatik und Vokabular im Onlinekurs und nimmt Nachhilfe.
Dann lernt sie einen Partner kennen, mit dem sie täglich Deutsch spricht. «Das hat mir sehr geholfen», erzählt sie. Inzwischen sind die beiden aber nicht mehr zusammen.
Doch ihr eigentliches Ziel bleibt klar: Schweizerdeutsch. «Auch weil ich Hochdeutsch nicht wirklich mag.»
Sie beginnt mit Alltagswörtern wie «Grüessech», «merci vielmals» oder «Tschüss». Danach heisst es rausgehen und reden.
Diana verrät Feierabend-Trick
Ihr Geheimnis: «Nach dem Feierabend in die Beiz gehen – dort lernst du die Basis», sagt sie.
Ein Rivella oder ein Bier reichen oft schon. Dann entstehen Gespräche. Genau dort, sagt sie, entstehe Sprache wirklich – nicht im Lehrbuch.
Am liebsten lernt sie mit Musik. Sie hört Schweizer Mundart-Lieder und singt mit. Besonders bei «Schwan» von Gölä bleibt sie hängen.

Mit der Zeit merkt sie, wie sich etwas verändert. «Ich habe angefangen, die Lyrics zu verstehen.»
Ein Moment bleibt ihr besonders: Ein Kollege spricht mit ihr – und plötzlich realisiert sie, dass er Schweizerdeutsch redet. «Ich habe alles verstanden.»
«Will mit Gölä singen!»
Für Diana ein Wendepunkt. «Ab heute sprechen mit mir alle nur Schweizerdeutsch!»
Dianas Traum: «Ich möchte einmal mit Gölä das Lied zusammen singen!»
An einem Fest erlebt sie zum ersten Mal, wie sich Schweizerdeutsch wirklich anfühlt. Sie singt mit – Wort für Wort. «Du fühlst dich wie ein Teil von diesen Menschen. Ein Teil des Ganzen.»
Dieses Gemeinschaftsgefühl trägt sie bis heute.
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Mit der Zeit verändert sich nicht nur ihre Sprache, sondern auch ihr Gefühl für die Schweiz. «Wenn du Schweizerdeutsch redest, werden die Menschen sofort offen», sagt sie.
Inzwischen lässt sich ihr Fortschritt täglich verfolgen. Diana hat seit Kurzem einen Instagram-Account und bittet ihre Community um Hilfe.
Und das kommt an. «Ich habe so viele nette Nachrichten bekommen», erzählt sie.
Diana will ihre Community inspirieren
Aus den Kommentaren und Direktnachrichten entsteht quasi ein täglicher Sprachkurs aus der Community.
Ihr Wunsch ist klar: «Bitte korrigiert mich – nur so kann ich lernen.»
Ihr Kanal soll aber nicht nur ihr helfen. Er soll auch andere inspirieren.
Für Diana ist die Botschaft eindeutig: «Alles ist möglich – auch Schweizerdeutsch.»
Und: «Hab den Mut zur Selbstverwirklichung. Entdecke dein einzigartiges Potenzial und geh deinen eigenen Weg – einen Weg, der dich erfüllt und glücklich macht»








