Tessin führt in Schadensstatistik bei Hagel und Blitz
In der Schweiz sind die Risiken für Unwetterschäden je nach Region sehr unterschiedlich verteilt. Gemäss einer Auswertung der AXA Versicherung war das Tessin in den letzten zehn Jahren am häufigsten von Hagel und Blitzen betroffen.

Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete die AXA rund 11'000 Unwetterschäden, was ungefähr dem langjährigen Mittel entspricht, wie das Versicherungsunternehmen am Dienstag mitteilte. Ein Hagelsturm im Tessin am 9. Juni sei für einen Grossteil der Kosten verantwortlich gewesen. AXA ist nach eigenen Angaben mit zwei Millionen Kundinnen und Kunden die grösste Hagelversicherung der Schweiz.
Den grössten Teil der Schäden verursachen Hagelschäden an Fahrzeugen. In den vergangenen zehn Jahren waren die Kantone Tessin, Jura, Neuenburg, Bern und Nidwalden besonders stark davon betroffen. In den Kantonen Genf, Thurgau und Schaffhausen gab es hingegen kaum Hagelschäden, stellt Michael Villiger, Leiter bei den Motorfahrzeugversicherungen, fest.
Bei Überschwemmungen gab es in den letzten zehn Jahren pro versichertem Haushalt am meisten Schäden im Kanton Schwyz, gefolgt von Solothurn, Luzern, Schaffhausen und Aargau. Präventionsmassnahmen wie Hochwasser-Entlastungsstollen oder Damm-Erhöhungen hätten hier einen grossen Einfluss.
Bei Blitzschäden führt das Tessin die Statistik deutlich an. Das Risiko für einen Schaden durch Blitzschlag war dort achtmal grösser als im Schweizer Durchschnitt. Grund dafür sei feuchtwarme Mittelmeerluft, die an den Alpen zu Gewittern mit hoher elektrischer Spannung führt, so die AXA weiter.
Extremereignisse hätten im langjährigen Vergleich «deutlich zugenommen», liess sich Stefan Müller, Leiter der Sachversicherungen zitieren. Dies zeige sich in extrem kräftigen Windböen, mehr Starkregen und öfter grossen Hagelkörnern.
In den letzten dreissig Jahren beliefen sich die Unwetterschadenkosten bei der AXA im Schnitt auf rund 115 Millionen Franken pro Jahr. 2025 war mit 72 Millionen Franken unterdurchschnittlich, während 2021 mit 291 Millionen und 2023 mit 240 Millionen Franken ausserordentlich hohe Schäden zu verzeichnen waren.






