Tempo 30 soll gesundheitsschädigendem Strassenlärm ein Ende setzen
Ginge es nach dem Schweizer Verkehrs-Club (VCS), sollte der Bundesrat beim Schutz vor Strassenlärm entlang von Hauptstrassen auf Temporeduktion statt Flüsterbelag setzen.

Im Vorfeld des Internationalen Tags gegen Lärm vom kommenden Mittwoch fordert der VCS den Bundesrat dazu auf, Tempo 30 als zentrale Massnahme zum Schutz vor Lärm anzuerkennen.
«Eine Reduktion der Geschwindigkeit von 50 auf 30 km/h senkt den Strassenlärm um rund drei Dezibel», stellt Yves Chatton, Projektleiter beim VCS, in einer Mitteilung vom Montag fest. Drei Dezibel würden in der Wahrnehmung etwa einer Halbierung des Verkehrs entsprechen.
Der Bundesrat setzt aktuell bei der Prävention auf Flüsterbeläge auf der Hauptstrasse. Sollten die Strassenbeläge nicht den gewünschten Effekt bringen, soll geprüft werden, ob das Verkehrstempo auf 30 Kilometer pro Stunde gesenkt werden kann.
Dass der Bund damit das «wirksamste Mittel» ausbremse, bedauert Chatton. «Statt den Lärm an der Quelle mit einer günstigen und sofort wirksamen Temporeduktion zu senken, werden die Kantone, Städte und Gemeinden zu kostspieligen technischen Lösungen verpflichtet», findet Chatton.
Entlang der Hauptstrassen seien Tag und Nacht Hunderttausende einem Lärmpegel ausgesetzt, der oberhalb gesetzlicher Grenzwerte liege. Gemäss VCS ist der Strassenverkehr in der Schweiz noch immer die mit Abstand wichtigste Lärmquelle.
Zwischen 1000 und 2000 Menschen würden jährlich in der Schweiz vorzeitig an den Folgen von Verkehrslärm sterben, stellte kürzlich die Schweizerische Liga gegen den Lärm im Vorfeld des Aktionstags fest.






