Tausende an Demonstrationen in Zürich und Lausanne
Verschmierte Tramhäuschen und eine UBS-Filiale voller Farbe: Über 1000 Frauen haben am Samstag an der Demonstration zum Frauentag in Zürich teilgenommen. Entlang der Route vom Paradeplatz zum Helvetiaplatz gab es zahlreiche Sachbeschädigungen. In Lausanne gingen 3000 Personen auf die Strasse.

Die Teilnehmenden der Demonstration in Zürich zündeten wiederholt pyrotechnische Gegenstände, wie die Stadtpolizei am Abend mitteilte. Um das Durchbrechen einer Polizeisperre zu verhindern, sei es zu einem kurzen Gummischrot- und Reizstoffeinsatz gekommen.
Besammlung der illegalen Demonstration war um 13.30 Uhr auf dem Paradeplatz, auf dem der Verkehr deswegen rasch zum Erliegen kam. Einige vermummte Frauen enterten das Tramhäuschen. Andere spannten Seile über die Gleise. Motto des Anlasses war «feministisch und militant».
Schon kurz, nachdem sich der Demonstrationszug in Bewegung setzte, kam es zu ersten Schmierereien an Schaufenstern. Bei mehreren Tramstationen bemalten Vermummte den Boden mit roter Farbe. Die Stadtpolizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort, liess die Frauen aber gewähren. Männer waren im Demonstrationszug praktisch keine zu sehen. Schon auf dem Flyer wurden Männer dazu aufgerufen, der Kundgebung «solidarisch fernzubleiben».
Die letzten Teilnehmenden der Demonstration seien kurz nach 16.15 Uhr beim Helvetiaplatz eingetroffen. Beim Einsatz wurde die Stadtpolizei auch von Angehörigen der Kantonspolizei Zürich unterstützt. Ermittlungen zu den Sachbeschädigungen wurden laut Mitteilung aufgenommen. Meldungen über verletzte Personen lagen der Polizei am späteren Nachmittag nicht vor.
In Lausanne folgten etwa 3000 Personen dem Aufruf des Kollektivs «Grève féministe Vaud» (Feministischer Streik Waadt) und demonstrierten gegen «die Sparpolitik, die unser Leben zerstört und imperialistische Kriege finanziert».
Unter diesem Motto versammelten sich die Demonstrantinnen und Demonstranten zunächst vor der Kathedrale. Es wurden Reden gehalten und Slogans skandiert, wie eine Journalistin von Keystone-SDA vor Ort berichtete. Laut der Lausanner Stadtpolizei waren es 1200 Demonstrierende. «Kein Feminismus ohne Antimilitarismus. Kein Frieden ohne soziale Gerechtigkeit», rief ein Mitglied des Kollektivs. «Unterstützung für alle Völker, die Widerstand leisten», schloss sich eine andere Demonstrantin an. Bunte Plakate, Musik und feministische Parolen prägten die Demonstration.
Weitere Demonstrationen finden am Sonntag, dem internationalen Frauentag, statt. So zum Beispiel in Genf.






