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    Swisscom verliert Prozess um Weiterleitungsgebühren

    Keystone-SDA
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    Stadt St. Gallen,

    Die Swisscom hat den Streit um die Gebühren für die Datenweiterleitung im Internet verloren. Die Beschwerde des Telekom-Konzerns Init7 wurde gutgeheissen.

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    Schlechte Nachrichten für Swisscom-CEO Urs Schaeppi: Sein Konzern hat einen Prozess verloren (Archivbild). - sda - KEYSTONE/ENNIO LEANZA

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Streit zwischen der Swisscom und Init7 tobte seit acht Jahren.
    • Dabei ging es um die Dominanz im Internet.
    • Kleinere Inhalte-Anbieter müssten für den Zugang zu den Kunden die Swisscom bezahlen.
    • Grössere Anbieter können sich diesem Bezahlzwang entziehen, was unfair ist.

    2012 hatte die Swisscom den Vertrag mit Init7 gekündigt. Sie hatte dann höhere Gebühren für die Weiterleitung von Daten aus dem Netz von Init7 ins Swisscom-Netz verlangt. Davor hatte Init7 einen Vertrag mit der Swisscom, bei dem beide Seiten ihre eigenen Kosten trugen.

    Dominanz im Internet

    Bei dem Fall geht es um die Dominanz im Internet. Bislang verlangten die Internetanbieter Geld von den Inhalte-Anbietern für die Verbindung zum Kunden. Denen blieb nichts übrig, als zu bezahlen, weil sie nicht direkt zum Endkunden kamen.

    Nur die ganz grossen Anbieter wie etwa Netflix oder Google könnten sich dem Bezahlzwang entziehen. So sagte Init7-Chef Fredy Künzler am Mittwoch auf Anfrage. Die Swisscom ist vor ein paar Jahren gegenüber Netflix eingeknickt. Alle anderen Anbieter wie beispielsweise Zattoo müssten für den Zugang bei der Swisscom bezahlen, sagte Künzler.

    Massiv überhöhte Entschädigung

    Gegen die aus ihrer Sicht «massiv überhöhten Entschädigungen» für die Zusammenschaltung der Netze und die Weiterleitung hatte Init7 geklagt. Und vor der Eidgenössischen Kommunikationskommission (Comcom) verloren.

    Das Bundesverwaltungsgericht kam nun aber zum Schluss, dass die Swisscom marktbeherrschend sei: Es sei unbestritten, dass die Swisscom «ein technisches Monopol für den Zugang zu ihren Endkunden besitzt». So heisst es im Urteil, das der Nachrichtenagentur AWP vorliegt.

    Gericht gibt Init7 Recht

    Das Gericht stiess damit den Entscheid des Telekomregulators Comcom um und gibt Init7 Recht. Die Comcom müsse nun den kostenorientierten Preis für die Datenweiterleitung festlegen, schrieb Init7 in einem Communiqué. Damit sei eine Nachforderung der Swisscom über 550'000 Franken an Init7 vom Tisch. Zudem spare sich Init7 die ihr von der Vorinstanz noch auferlegten Verfahrenskosten von 126'400 Franken.

    Das Urteil habe aber noch eine weitergehende Wirkung. Marktmächtige Provider mit vielen Breitbandkunden könnten künftig nicht mehr IP-Interkonnektion durch Wettbewerbsabsprachen künstlich verteuern. Und kleineren Anbietern den Zugang zu ihrer Kundenbasis zu erschweren, schrieb Init7 weiter.

    Netflix
    Grosse Anbieter wie Netflix hätten sich dem Bezahlzwang entziehen können. - dpa

    Bei der Swisscom gehe es um mehr Geld, sagte Künzler. Um wie viel genau, ist unklar. Die Swisscom äusserte sich dazu auf Anfrage nicht.

    Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts kann nicht beim Bundesgericht angefochten werden. «Es ist somit endgültig», heisst es im Urteil.

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