Swisscom spart in der Schweiz und steigert Synergien in Italien
Die Swisscom kann die Talfahrt im Telekomgeschäft weiterhin durch Sparmassnahmen in der Schweiz und höhere Synergien in Italien kompensieren. So hat der Schweizer Branchenprimus trotz weniger Umsatz mehr Gewinn erzielt und die Erwartungen der Finanzgemeinde übertroffen.

In der Schweiz hat die Swisscom im Telekomgeschäft in den ersten sechs Monaten Einsparungen von 42 Millionen Franken erzielt, wie der Konzern am Donnerstag in einer Analystenpräsentation bekannt gab. Damit sei man auf Kurs zum Sparziel von über 50 Millionen im Gesamtjahr 2026. Dazu hat die Swisscom Arbeitsplätze abgebaut. Insgesamt gab es hierzulande Ende Juni noch 14'764 Vollzeitstellen. Das sind 848 weniger als vor einem Jahr.
Mit den Kosteneinsparungen konnte mehr als die Hälfte der Auswirkungen des rückläufigen Telekomgeschäfts beim Betriebsgewinn wettgemacht werden, schrieb die Swisscom. Zudem warf das IT-Geschäft einen höheren Beitrag ab. So stieg der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen nach Abzug der Leasingkosten (EBITDAaL) in der Schweiz auf vergleichbarer Basis um 0,6 Prozent auf 1,7 Milliarden Franken.
Und dies, obwohl der Umsatz in der Schweiz um 0,7 Prozent auf 3,87 Milliarden sank. Grund dafür war vor allem der Rückgang im Telekomgeschäft mit einem Minus von 2,1 Prozent. Um Gegensteuer zu geben, hat der Konzern bei seiner Hauptmarke Swisscom die Preise ab April für Millionen von Kunden erhöht. Die Zweitmarke Wingo schlägt ebenfalls ab September zum zweiten Mal innert eines Jahres auf.
Auch in Italien ging das Geschäft zurück. Der Umsatz fiel um 3,3 Prozent auf 3,47 Milliarden Euro, wobei das Telekomgeschäft um 3,6 Prozent schrumpfte. Immerhin habe man die Talfahrt im Telekomgeschäft gebremst, hiess es. Dies ist einerseits der Strategie zu verdanken, dass man nicht mehr alle Preisschlachten mitmachen will. Andererseits wurde der Rückgang durch höhere Umsätze im Grosskunden- (Wholesale) und Energiegeschäft teilweise kompensiert.
Dagegen stieg der EBITDAaL auf vergleichbarer Basis um 11,8 Prozent auf 926 Millionen Euro. Ausschlaggebend dafür waren vor allem Synergien aus der Integration der für 8 Milliarden Euro übernommenen Vodafone Italia. Diese warf im ersten Halbjahr 2026 Synergien von 166 Millionen Euro ab. Das sind deutlich mehr als die 14 Millionen im ersten Semester 2025.
Damit ist die Swisscom gut unterwegs zu ihrem Ziel von über 300 Millionen Euro Synergien im Gesamtjahr 2026. Dies wären die Hälfte aller Synergien, die bis 2029 erreicht werden sollen.
Auf der anderen Seite schlugen im ersten Halbjahr 2026 Integrationskosten von 51 Millionen Euro zu Buche nach 40 Millionen im Vorjahressemester. Im ganzen Jahr 2026 sollen 250 Millionen Euro anfallen. Damit würden bis Ende Dezember 80 Prozent der Gesamtintegrationskosten von rund 700 Millionen Euro erreicht, die bis 2027 zu Buche schlagen.
Eine Steigerung gelang dem Swisscom-Konzern auch beim operativen freien Cashflow. Dieser stieg um gut ein Fünftel auf 1,2 Milliarden Franken.










