St. Gallen eröffnet Konsumraum für Drogenabhängige
Die Stadt St. Gallen hat am Freitag den Standort eines Konsumraums für Drogenabhängige bekannt gegeben. In Chur ist ein solcher seit zwei Monaten in Betrieb. Damit habe sich die Situation der offenen Drogenszene entschärft, heisst es bei der Stadtpolizei Chur.

St. Gallen reagiert auf den vermehrten Crack-Konsum in der Stadt. Mit einem Konsumraum für Drogensüchtige soll der öffentliche Raum entlastet und die gesundheitliche Situation der Abhängigen verbessert werden.
Nun hat die Stadt St. Gallen einen Standort für eine Kontakt- und Anlaufstelle mit angeschlossenem Konsumraum festgelegt. Die Wahl fiel auf eine leer stehende städtische Liegenschaft an der Lagerstrasse. Dies ermögliche eine rasche Realisierung.
In Chur führte die Eröffnung eines Konsumraums zu einer Reduktion der offenen Drogenszene im Stadtpark, wie der Kommandant der Churer Stadtpolizei, Andrea Deflorin, am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte.
Der Konsumraum in Chur bietet Platz für insgesamt 25 Personen. Der Handel mit Kleinstmengen wird toleriert. Ein Raum ist etwa zum Inhalieren von Drogen reserviert, ein anderer Raum für Injektionen vorgesehen. Der Injektionsraum wird von einem medizinischen Assistenten betreut.
Ausserhalb der Öffnungszeiten des Konsumraums sowie der Kontakt- und Anlaufstelle in der Bündner Hauptstadt halten sich allerdings weiterhin viele Süchtige im öffentlichen Raum auf. «Insbesondere an warmen Abenden ist die Szene weiterhin deutlich sichtbar präsent», so Deflorin.
In den vergangenen Jahren hat sich in Chur eine der grössten offenen Drogenszenen der Schweiz gebildet. An schönen Tagen halten sich bis zu 50 Personen im Stadtpark auf, um Drogen zu konsumieren und zu dealen.






