SRF Arena zum Fall Rupperswil löst Shitstorm bei Politikern aus

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    Zürich,

    Der Mordfall Rupperswil beschäftigt die Schweiz. Dass die SRF-Arena bereits am Tag des Gerichtsurteils über den Umgang mit gefährlichen Tätern diskutieren will, sei aber ein Affront, finden Top-Politiker diverser Parteien. SRF wird reine Quotenjagd vorgeworfen.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die SRF-Arena widmet sich dem Mordfall Rupperswil unter dem Titel «Wegsperren, für immer?» .
    • Politiker verschiedener Lager verurteilen dies als Zumutung für die Angehörigen und reine Quotenjagd.
    • Arena-Moderator Jonas Projer verspricht eine Sendung ohne Kontroversen.

    Kaum ist die No Billag-Schlacht geschlagen, hagelt es prominente Kritik gegenüber der Arena. Und das von den SRG-Unterstützern, an vorderster Front die CVP mit Parteipräsident Gerhard Pfister. An der Sendung mit dem Titel «Wegsperren, für immer?» passt ihm so ziemlich alles nicht.

    Shitstorm gegen Arena-Moderator Projer

    Im Zentrum des Sturms steht Jonas Projer. Als der Arena-Moderator die Sendung zum Fall Rupperswil ankündigte, entrüstete sich Pfister postwendend: Falsche Sendung für dieses Thema, viel zu früh, Zumutung für die Angehörigen. Einzig die Quote werde stimmen.

    Das prangert auch GLP-Nationalrat Beat Flach an: er spammt Projer mit dem Wort «Quote» zu – 56 Mal. In seltenem Einmut stimmen Jungfreisinnige wie Grüne in den Chor der Kritiker ein. Mit BDPler Martin Landolt meldet sich auch ein weiterer Parteipräsident und warnt Projer vor der Zynismusfalle.

    Arena-Moderator Jonas Projer löst mit der Sendung zum Mordfall Rupperswil schon im Vorfeld einen Shitstorm aus
    Arena-Moderator Jonas Projer löst mit der Sendung zum Mordfall Rupperswil schon im Vorfeld einen Shitstorm aus - srf.ch
    So soll die Arena-Sendung offenbar beginnen – laut Moderator Jonas Projer ohne Kontroversen und Skandalisierung.
    So soll die Arena-Sendung offenbar beginnen – laut Moderator Jonas Projer ohne Kontroversen und Skandalisierung. - Twitter

    SRF wehrt sich – und erntet noch mehr Kritik

    SRF-Chefredaktor Tristan Brenn rechtfertig die Arena-Themenwahl und verweist auf die private Konkurrenz. Diese berichte seit Tagen mit Liveticker über den «Pädokiller» und das «Monster», aber gerüffelt werde stattdessen die noch nicht einmal ausgestrahlte Arena-Sendung.

    Damit kommt er bei CVP-Präsident Pfister gar nicht gut an: Das gebührenfinanzierte SRF habe eine andere Verantwortung als die Boulevardpresse und Brenns Gejammere selbstmitleidig. Jonas Projer selbst kontert die Boulevard-Vorwürfe, indem er den Einstieg in die Sendung veröffentlicht. Und immerhin stehen im Arena-Ring nicht nur Politiker, sondern unter anderem auch Peter Schneider: Beruf Psychoanalytiker, vor allem aber bekannt als scharfzüngiger «Haus-Satiriker» bei SRF 3.

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