Spitaldachverband: Schweizer Gesundheitssystem ist am Limit

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    Bern,

    Laut dem Spitaldachverband ist das aktuelle Gesundheitssystem «zum Scheitern verurteilt» – wegen des Personalmangels und auch wegen der Finanzierung.

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    Eine Pflegerin kümmert sich um einen Patienten. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Spitaldachverbands-Direktorin Bütikofer warnt vor dem Kollaps des Gesundheitssystems.
    • Die Finanzierung könne keine weiteren 20 oder 30 Jahre aufrechterhalten werden.
    • Doch die Politik dürfe nicht nur über die Kosten sprechen, fordert sie.

    Das Schweizer Gesundheitssystem ist laut der Direktorin des Spitaldachverbands H+ an seine Grenzen gestossen. «Langfristig ist das aktuelle System zum Scheitern verurteilt», sagte Anne-Geneviève Bütikofer. «Die Frage, die man sich stellen muss, ist, ob die derzeitige Finanzierung noch 20 oder 30 Jahre lang aufrechterhalten werden kann, und die Antwort lautet nein», so Bütikofer in einem am Dienstag veröffentlichten Interview in «Le Temps». Die Politik müsse aufhören, nur über die Kosten zu sprechen.

    Mit Blick auf überfüllte Notfallstationen, geschlossene Betten aufgrund von Personalmangel und zu wenige Ärzte in psychiatrischen Kliniken forderte sie alle Beteiligten auf, sich an einen Tisch zu setzen und nach alternativen Lösungen zu suchen. Die derzeitige Situation «führt zu einer Unterversorgung», sagte sie.

    H+
    Das Schweizer Gesundheitssystem ist laut der Direktorin des Spitaldachverbands H+ an seine Grenzen gestossen. «Langfristig ist das aktuelle System zum Scheitern verurteilt», sagte Anne-Geneviève Bütikofer. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

    Sie sei auch finanziell eindeutig schlecht für die Spitäler: «Die Spitäler leiden unter einer Unterfinanzierung von 10 Prozent im stationären Bereich und sogar 30 Prozent im ambulanten Bereich», so Bütikofer.

    Die Schweiz habe 2019 81 Spitäler und Kliniken weniger gezählt als 2001, ein Rückgang von 23 Prozent. «Der medizinisch-technische Fortschritt führt zu kürzeren Aufenthalten und macht damit einen Teil der bestehenden Strukturen überflüssig [...] Der technologische Fortschritt erfordert aber höhere Investitionen», sagte Bütikofer. Sie forderte, den «veralteten» Tarif TarMed rasch durch den neuen Tarif für ambulante Leistungen, den Tardoc, zu ersetzen.

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