So shoppt die Schweiz nach Ende der Maskenpflicht
Das Kaufverhalten der Menschen hat sich seit dem Ende der Maskenpflicht verändert. Das bestätigen einige Schweizer Läden.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Schweizerinnen und Schweizer shoppen anders als vor dem Ende der Maskenpflicht.
- Vor allem Make-up Artikel für das Gesicht sind im Moment sehr beliebt.
- Beim Einkauf der Grundnahrungsmittel hat sich allerdings nicht viel verändert.
Kaugummi, Lippenstift und Business-Anzüge: Seit die Maskenpflicht und Homeoffice-Empfehlung aufgehoben wurden, landen manche Artikel wieder vermehrt im Einkaufswagen. Aber auch der Ukraine-Krieg verändert das Einkaufsverhalten der Kunden. Seit gut zwei Monaten können die Kundinnen und Kunden in Schweizer Läden wieder ohne Maske einkaufen.
Dass sie wieder ihr Gesicht zeigen dürfen, spüren besonders Geschäfte, die Kosmetikartikel anbieten. «Make-up und Lippenstifte sind wieder sehr gefragt», heisst es etwa bei der Import-Parfümerie auf Anfrage.
Und auch beim Warenhaus Jelmoli und bei Manor gönnen sich die Kundinnen wieder öfter einen neuen Lippenstift. Aber auch Artikel für die Gesichtspflege, wie zum Beispiel Crèmes, gehen vermehrt über den Ladentisch. «Im Bereich Beauty verzeichnen wir eine erfreuliche Entwicklung», schreibt Manor.
Und wer die Maske weglässt, kauft auch wieder eher mal ein Päckchen Kaugummi. Das stellt zumindest Coop in fest, wenn auch nur in geringem Masse.
Kleider-Auswahl der Menschen hat sich verändert
Zeitgleich mit der Aufhebung der Maskenpflicht in den Läden ist auch die Masken- und Zertifikatspflicht an Veranstaltungen gefallen. Die Homeoffice-Empfehlung wurde aufgehoben. Seither darf wieder ohne Einschränkungen an Konzerten getanzt, an Business-Meetings gesmalltalkt und an Geburtstagsfesten gefeiert werden.
Dass wieder viel mehr solche Anlässe stattfinden, zeigt die Kleider-Auswahl der Leute: «Im Fashion-Bereich wird wieder etwas formeller eingekauft», heisst es bei Jelmoli. Statt Jogging-Hosen kaufen die Kunden also wieder Anzüge, statt Wolljacken Blazer.
Der Juwelier Christ verkauft ausserdem seit Beendigung der Corona-Massnahmen wieder öfters Trauringe und Trauschmuck. «Es wird wieder geheiratet», kommentiert man diese Entwicklung.
Menschen essen wieder öfter im Restaurant und viele kaufen ihr Brot nun wieder beim Bäcker, statt selber Sauerteig anzusetzen. Das zeigt sich daran, dass die Nachfrage nach Küchenutensilien wieder zurückgegangen ist, wie Coop und Jelmoli berichten.

Die Mitarbeitenden von Firmen sind zudem wieder grösstenteils zurück im Büro. Für Händler von Elektronikgeräten bedeutet das, dass die Verkäufe von Produkten für das Homeoffice wie Notebooks, Desktop-PCs und Zubehör zurückgehen.
Kundeninteraktionen wieder häufiger
Doch nicht nur die Artikelauswahl beim Einkauf hat sich – zumindest in manchen Geschäften – geändert. Auch der Umgang im Laden sei anders geworden, geben mehrere Detailhändler an.
Die Begegnung zwischen Kundinnen und Mitarbeiterinnen sei wieder viel offener und persönlicher, heisst es bei Jelmoli. «Diese zurückgewonnene Nähe ist durchaus in einer sehr positiven Stimmung im ganzen Haus spürbar», so eine Sprecherin.
Ganz ähnlich sieht man es auch beim Juwelier Christ und der Import-Parfümerie: «Wir haben festgestellt, dass Kundinnen und Kunden die Beratung wieder vermehrt geniessen. Sie lassen sich gerne inspirieren und sind offen für gute Tipps und Tricks.»
Viele angefragte Detailhändler geben aber auch an, dass sie kein verändertes Einkaufsverhalten ihrer Kunden bemerken, seit die Maskenpflicht aufgehoben ist. «Kunden haben sich schnell wieder auf die bekannten Einkaufsbedingungen umgestellt», heisst es bei Manor. Einzig die bereitgestellten Desinfektionsständer würden weiterhin benutzt.
Grundnahrungsmittel weiterhin sehr beliebt
«Generell lässt sich sagen, dass während des Lockdown Grundnahrungsmittel wie etwa Mehl, Zucker, Reis, Teigwaren und Toilettenpapier besonders gefragt waren. Diese klassischen Vorratsartikel sind auch weiterhin gefragt», teilt etwa Volg auf Anfrage mit.
Auch Lidl stellt das fest und hat dafür sogar einen möglichen Grund parat. «Ganz spezifische und detaillierte Veränderungen im Einkaufsverhalten können wir momentan nur schwer herauskristallisieren. Aus dem Grund, dass sich das Ende der Pandemie ziemlich mit dem Beginn des Ukraine-Konflikts überschneidet», so eine Sprecherin.
In den ersten Wochen des Krieges hätten Kunden nämlich vermehrt haltbare Produkte wie zum Beispiel Konserven, Babynahrung oder Hygieneartikel gekauft. Lidl vermutet zwei Gründe dafür. Einerseits die Unsicherheiten der Kriegssituation, die viele Menschen dazu treibt, Vorräte anzulegen. Andererseits könnten diese Produkte auch für Spendenaktionen im Einkaufskorb vieler Menschen gelandet sein.








