So meistern Zuger Schulen das Schüler-Wachstum
Rund 1000 zusätzliche Schülerinnen und Schüler erwartet die Stadt Zug bis 2040. Neue Schulanlagen, aber auch zusätzliche Betreuung sollen den Bedarf decken.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Stadt Zug erwartet bis 2040 rund 1000 zusätzliche Schülerinnen und Schüler.
- Neue Wohnüberbauungen treiben das Wachstum voran.
- Mit neuen und erweiterten Schulanlagen sowie zusätzlichen Betreuungs-, Sport- und Schwimmplätzen soll der Bedarf gedeckt werden.
Die Stadt Zug stellt sich auf deutlich mehr Schülerinnen und Schüler ein. Gemäss der aktuellen Schulprognose 2025/26 dürfte die Zahl der Kinder und Jugendlichen an den Stadtschulen von heute rund 2600 bis 2040 auf etwa 3600 steigen.
Verantwortlich für die Entwicklung sind vor allem die zahlreichen geplanten und bereits absehbaren Wohnüberbauungen. Die Stadt will dem erwarteten Wachstum mit einer vorausschauenden Schulraumplanung begegnen.
Entscheidend ist dabei, dass bereits geplante Bauvorhaben rechtzeitig umgesetzt werden können. Dazu gehören insbesondere die Erweiterungen der Schulanlagen Guthirt und Kirchmatt.
Unterschiedliche Entwicklung
Die jährliche Schulprognose zeigt auf, wie sich die Schülerzahlen in den einzelnen Schuleinheiten entwickeln und wo zusätzlicher Schulraum erforderlich wird. So können Bauprojekte frühzeitig angestossen und auf den erwarteten Bedarf abgestimmt werden.
Laut Baudirektorin Eliane Birchmeier bestätigt die aktuelle Prognose den bisherigen Kurs. Bereits im kommenden Jahr sollen die neuen Schulanlagen Herti und Loreto in Betrieb gehen.

Gleichzeitig werden die Objektkredite für die dringend benötigten Erweiterungen in Guthirt und Kirchmatt für die bevorstehenden Urnenabstimmungen vorbereitet. Damit soll der zusätzliche Schulraumbedarf nicht nur kurzfristig, sondern auch über das Jahr 2040 hinaus abgedeckt werden.
Die Entwicklung fällt allerdings je nach Quartier unterschiedlich aus. Im Zentrum und in Oberwil bleiben die Schülerzahlen voraussichtlich stabil oder gehen leicht zurück. Dort steht deshalb vor allem der Ersatz von provisorischen oder künftig wegfallenden Schulstandorten im Vordergrund.
Anders präsentiert sich die Situation im Guthirt. Neue Wohnüberbauungen werden dort schon in naher Zukunft für deutlich mehr Schülerinnen und Schüler sorgen. Die geplante Erweiterung der Schulanlage soll ab dem Schuljahr 2030/31 zusätzliche Kapazitäten bereitstellen.
Auch in Herti und Letzi wird mittel- und langfristig mit weiterem Wachstum gerechnet. Die erste Etappe der neuen Schulanlage Herti soll im ersten Quartal 2027 bezugsbereit sein. Anschliessend soll die zweite Etappe geplant werden.
In Riedmatt dürften die Schülerzahlen zunächst weitgehend stabil bleiben. Ein stärkeres Wachstum wird erst mit der Entwicklung der Äusseren Lorzenallmend erwartet. Für die Kooperative Oberstufe soll die Erweiterung der Schulanlage Loreto den langfristigen Bedarf abdecken.
Für Bildungsdirektor Etienne Schumpf geht es bei der Planung nicht allein um zusätzliche Klassenzimmer. Eine funktionierende Schule brauche auch genügend Betreuungsangebote sowie eine zeitgemässe Infrastruktur für Sport und Schwimmen.
Mehr Betreuungsplätze und Sportflächen gefragt
Mit den steigenden Schülerzahlen wächst auch der Bedarf an Betreuung. Die schulergänzende Betreuung der Stadtschulen wird laut Stadt zunehmend nachgefragt. Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll die Zahl der Plätze deshalb von derzeit 868 auf rund 1270 erhöht werden.
Zusätzlicher Handlungsbedarf besteht zudem bei den Sport- und Schwimmangeboten. Die vorhandenen Hallen- und Schwimmkapazitäten reichen aktuell nur für etwa zwei Drittel des schulischen Bedarfs. Geplante Erweiterungen sollen diese Lücke schliessen.
Vorgesehen sind unter anderem zusätzliche Kapazitäten bei den Schulanlagen Guthirt, Herti/Letzi und Kirchmatt. In Loreto ist eine weitere Sporthalle geplant.

Hinzu kommt das neue Hallenbad in der Herti Allmend. Davon sollen nicht nur die Schulen profitieren: Auch Vereine sollen die zusätzlichen Sport- und Schwimmanlagen nutzen können.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.








