So aussergewöhnlich war die Wetterlage am Freitag

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Zürich,

Ein Hagelereignis wie am Freitag gibt es laut einem Experten nur alle 30 bis 50 Jahre. Wegen des Klimawandels müssen wir häufiger mit solchem Wetter rechnen.

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Ein Unwetter wie jenes vom Freitag ist sehr selten. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Hagelereignis wie am Freitag gibt es statistisch bloss alle 30 bis 50 Jahre.
  • Laut einem SRF-Meteorologen werden Hagelkörner durch den Klimawandel grösser.
  • Bei dem Unwetter wurden Dutzende Menschen, darunter mehrere Kinder, verletzt.

Am Freitag kam es in der Schweiz zu einem heftigen Gewitter. Innert kurzer Zeit wurden 46’000 Blitze gezählt, Sturmböen erreichten Geschwindigkeiten von bis zu 146 Stundenkilometern, Hagelkörner waren 6 Zentimeter gross.

In der Folge gab es zahlreiche Schäden: Im Aargau knickte ein Strommast um, ein fahrender Lastwagen wurde umgeweht. Zudem wurden Dutzende Personen, darunter mehrere Kinder, verletzt. (Den Ticker zum Nachlesen gibt es hier.)

SRF-Meteorologe Simon Eschle bezeichnet die Wetterlage als «aussergewöhnlich». Ein solches Hagelereignis gebe es an einem spezifischen Ort statistisch bloss «alle 30 bis 50 Jahre». Auch die Dauer des Gewitters sei «speziell» gewesen.

Hagelkörner mit einem Durchmesser von 6 Zentimetern sind in der Schweiz sehr selten. Damit diese entstehen können, brauche es sehr starke Aufwinde in der Gewitterzelle, erklärt Eschle gegenüber «SRF Meteo». Dadurch blieben die Hagelkörner lange in den Gewitterwolken und konnten wachsen.

So entstanden die Downbursts

Damit es ein Gewitter wie gestern gibt, müssen drei Faktoren gegeben sein, erklärt der Meteorologe: genug Feuchtigkeit, eine instabil geschichtete Atmosphäre, die die Luft gut aufsteigen lässt, und einen Auslöser. Und alle drei seien am Freitag vorhanden gewesen.

Vor allem im Aargau kam es zu heftigen Windböen, ein Strommast knickte um, ein Lastwagen wurde umgeweht. Eschle erklärt, wie solche heftigen lokalen Böen, auch Downbursts genannt, entstehen.

Tut die Schweiz genug im Kampf gegen den Klimawandel?

«Bei jedem Gewitter sinkt kalte Luft ab und sorgt für starken Wind.» Wenn nun Regen in der kalten Luft verdunstet, sorgt das für eine weitere Abkühlung. «Und je kälter die Luft, desto schwerer ist sie und umso schneller sinkt sie zum Boden.»

Der Wetter-Experte sagt auch, dass Wetterextreme wegen des Klimawandels zunehmen. Bereits heute gebe es häufigere und intensivere Starkniederschläge. «Und diese werden in Zukunft weiter zunehmen.» Zudem würden auch die Hagelkörner grösser werden.

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