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    Seco erstattet Anzeige wegen getürkter Ausfuhrgesuche der Crypto AG

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    Bern,

    Das Seco hat bei der Bundesanwaltschaft Anzeige gegen Unbekannt wegen mutmassliche Manipulationen beim Verkauf von Chiffriergeräten eingereicht.

    Crypto AG Cryptoleaks
    Der Hauptsitz von Crypto AG in Zug. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Seco hat bei der Bundesanwaltschaft eine Anzeige gegen Unbekannt eingereicht.
    • Grund sind mutmassliche Manipulationen beim Verkauf von Chiffriergeräten.
    • Die Crypto-Affäre wird somit nun auch juristisch aufgearbeitet.

    Die Crypto-Affäre wird nun auch juristisch aufgearbeitet. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat bei der Bundesanwaltschaft (BA) Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Grund sind die mutmasslichen Manipulationen beim Verkauf von Chiffriergeräten.

    Das Seco habe die Strafanzeige am vergangenen Dienstag wegen möglichen Widerhandlungen gegen das Exportkontrollrecht eingereicht. Das teilte die Behörde auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Sie bestätigte damit einen Bericht der «Sonntagszeitung».

    Bundesanwaltschaft bestätigt Anzeige

    Die Bundesanwaltschaft bestätigte auf Anfrage den Eingang der Anzeige. Ein Strafverfahren habe sich jedoch noch nicht eröffnet. Sie wird nun prüfen, ob es einen hinreichenden Verdacht gibt, um die Vorwürfe weiterzuverfolgen und ob der Fall der Bundesgerichtsbarkeit untersteht.

    Laut dem Zeitungsbericht stützt sich die Anklage auf Artikel 14 des Güterkontrollgesetzes. Dieser stellt unter Strafe, wer in einem Gesuch unrichtige oder unvollständige Angaben macht, die für die Erteilung einer Bewilligung wesentlich sind. Das Seco stelle sich auf den Standpunkt, es hätte die Exporte der Geräte nie bewilligt, wenn es gewusst hätte, wer bis 2018 hinter der Crypto AG steckte.

    Verdeckter Kauf des BND und der CIA

    Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) und der US-Auslandsgeheimdienst (CIA) hatten die Zuger Firma, die Chiffriergeräte zur Verschlüsselung geheimer Kommunikation herstellte, in den 1970er-Jahren verdeckt gekauft. Dadurch sollen rund 130 Staaten insbesondere in der muslimischen Welt und in Lateinamerika abgehört worden sein.

    Crypto AG
    Die mechanische Rotor-Chiffriermaschine CX-52 IMG wurde ab 1952 durch den schwedischen Erfinder und Unternehmer Boris Hagelin von seiner in der Schweiz gegründeten Crypto AG hergestellt. CIA und BND haben mit Geräten von Crypto über Jahrzehnte hinweg andere Staaten ausspioniert. - Keystone

    Den Medien-Recherchen zufolge sollen Schweizer Behörden im Bild gewesen sein. Mehrere damalige Bundesräte bestritten jüngst jedoch, davon gewusst zu haben. Ex-Bundesrichter Niklaus Oberholzer untersucht seit Januar 2020 die Affäre. Angestossen hatte die Untersuchung der Bundesrat. Inzwischen hat das Parlament diese übernommen.

    Das Büro des Nationalrats wird am Montag eine Sitzung zur Crypto-Affäre abhalten. Im Zentrum wird die Frage stehen, ob parallel zur laufenden Untersuchung der Nachrichtendienstaufsicht GPDel eine parlamentarische Untersuchungskommission (Puk) eingesetzt werden soll.

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