Die jüngste Eskalation im Ukraine-Krieg hat nach Ansicht der Kommentatoren in den Schweizer Zeitungen historische Ausmasse.
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Ein Stapel Tageszeitungen liegt in einem Büro auf einem Tisch. (Symbolbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit der Anerkennung der abtrünnigen Gebiete im Donbass als souveräne Staaten und dem Truppeneinmarsch habe Russland eine rote Linie überschritten, schreibt die «Neue Zürcher Zeitung».

Der Grundkonsens der europäischen Nachkriegsordnung sei zerstört worden, wonach Staatsgrenzen nicht mehr mit militärischer Gewalt verschoben würden.

Mit seiner TV-Ansprache habe Russlands Staatschef Wladimir Putin jene Epoche beendet, die mit dem Fall der Berliner Mauer begonnen habe, schreibt der Kommentator des «Tages-Anzeigers». Die Epoche der Hoffnung sei vorbei, seit Putin dem souveränen Uno-Mitglied Ukraine die Existenzberechtigung abgesprochen habe.

Der Kommentator in der «Aargauer Zeitung» thematisiert die einmal mehr zögernde Haltung der Schweiz mit Blick auf Sanktionen gegen Russland. Die Schweiz ducke sich auf dem neutralen Buckel artig weg. Sanktionen seien das Mindeste, was die Welt dem Möchtegern-Zaren in Moskau entgegensetzen müsse.

Solidarität werde an Taten und nicht an Worten gemessen, schreibt die Westschweizer Zeitung «Le Temps». Was auch immer die wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen gegen Russland konkret seien, sie würden den Ukrainerinnen und Ukrainern niemals das bringen, was sie bei einer Nato-Mitgliedschaft erwarten könnten.«

Die Freiburger «La Liberté» fordert vom Westen, dass er sich mit einer massiven Abschreckung dem Kreml-Chef entgegenstellt. Eine rosa Linie, wie sie der Westen bisher gezogen habe, stachle Putin nur noch mehr an. Am Ende werde die Rechnung für ihn gesalzen sein, wenn die Sanktionen erst griffen, schreibt der Genfer «Le Courrier».

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