Schweizer weichen wegen Sommerhitze auf kühlere Reiseziele aus
Mehr als die Hälfte passt ihre Ferienplanung wegen der Hitze an oder will dies tun. Besonders Jüngere reagieren und reisen häufiger ausserhalb des Hochsommers.

Das Wichtigste in Kürze
- Sommerhitze verändert die Ferienplanung vieler Schweizerinnen und Schweizer.
- Mehr als die Hälfte hat Reisen bereits angepasst oder will dies künftig tun.
- Jüngere Generationen reagieren deutlich stärker auf Hitze als ältere.
Die zunehmende Sommerhitze verändert das Reiseverhalten von Schweizerinnen und Schweizern. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat ihre Reiseplanung laut einer Umfrage bereits hitzebedingt angepasst oder will dies in Zukunft tun.
Laut der repräsentativen Umfrage von Marketagent im Auftrag des Reiseveranstalters Dertour Suisse haben bereits 27 Prozent der 1000 Befragten ihre Ferienplanung wegen der Hitze angepasst.
Weitere 29 Prozent beabsichtigen, dies künftig zu tun. 37 Prozent wiederum planen keine Änderung.
Jüngere passen ihre Ferien häufiger an
Der Wandel im Reiseverhalten ist bei jüngeren Menschen besonders ausgeprägt: Bei der Generation Z (Jahrgänge 1995 – 2010) gaben rund 65 Prozent an, ihre Planung bereits verändert zu haben oder dies künftig tun zu wollen.
Bei den Millennials (1980 – 1995) lag dieser Wert bei rund 64 Prozent.
Deutlich geringer fiel der Anteil bei der Generation X (1965 – 1979) mit 47 Prozent und bei den Babyboomern (1946 – 1964) mit 44 Prozent aus.
Trotz der heissen Temperaturen bleiben klassische Bedürfnisse bei der Wahl des Ferienziels im Vordergrund. Für 47 Prozent der Befragten zählte ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu den drei wichtigsten Kriterien.
Dahinter folgten eine attraktive Landschaft und Natur mit 32 Prozent sowie Ruhe, Erholung, Strand und Bademöglichkeiten mit je 31 Prozent.
Angenehme Temperaturen gehörten für 21 Prozent zu den wichtigsten Entscheidungsfaktoren.
Viele reisen ausserhalb der Hitzemonate
Eine Anpassung der Ferienplanung führt nicht zwingend zu einer Reise in den Norden. Die häufigste Reaktion auf die Hitze ist laut der Umfrage das Ausweichen auf andere Reisezeiten.
38 Prozent derjenigen, die ihre Planung anpassen, verreisen vermehrt ausserhalb der heissesten Sommermonate.
31 Prozent wählen gezielt Destinationen mit einem kühleren Klima aus. Weitere 28 Prozent passen ihre Aktivitäten oder die Tageszeiten vor Ort an.
Coolcations gewinnen an Beliebtheit
Ferien in kühleren Regionen, sogenannte Coolcations (aus den englischen Wörtern «kalt» und «Ferien» zusammengesetzt), stossen auf grosses Interesse. 69 Prozent der Befragten beurteilten Sommerferien in eher kühlen Destinationen als attraktiv.
Besonders hoch war die Zustimmung im Raum Zürich mit 76 Prozent und in Graubünden mit 85 Prozent.
Auch die Buchungszahlen von Dertour Suisse bestätigen diesen Trend, wie das Unternehmen im Rahmen der Veröffentlichung der Umfrage mitteilte.
Die Nachfrage nach Destinationen wie Skandinavien, Schottland oder Kanada stieg in den vergangenen fünf Jahren um rund 21 Prozent.











