Berner warnen: Achtung vor diesem Italien-Fähren-Trick!
Mehr bezahlen, länger in der Kabine bleiben. So das Prinzip des Late Check-Outs auf der Ferien-Fähre. Eigentlich. Nun warnen Berner vor einem Trick.

Das Wichtigste in Kürze
- Wer mit der Fähre in die Ferien reist, hat bei manchen Firmen die Option Late Check-Out.
- Zwei Berner buchten die Option. Dennoch wurden sie 1,5 Stunden vor Ankunft rausgebeten.
- Handelt es sich etwa um einen Trick der Fähre, um Geld zu machen?
- Die Betreiber erklären sich – und sprechen von einem Schweizer Sprach-Problem.
Das Auto in Genua in der Garage parkieren. 20 Stunden Aussicht auf das Meer. Am nächsten Tag erholt in Palermo von Deck fahren. Die beiden Berner Gabriel* und Lea* verreisten dieses Jahr mit der Fähre in die Sizilien-Ferien.
Die beiden wollen auf Nummer sicher gehen. «Weil wir nicht wussten, wie uns die Fähre bekommt, buchten wir zusätzlich die Option ‹Late Check-Out›.»

Heisst: Für einen Aufpreis dürfen Passagiere bis 15 Minuten vor Ankunft am Zielort in der eigenen Kabine verweilen.
«Das ist es uns wert, sagten wir uns vor der Reise. Nach unseren Ferien ist für uns aber klar: Das würden wir das nächste Mal nicht mehr buchen.»
Was ist passiert?
Es klopft schon 1,5 Stunden vor Ankunft
«Dass wir Late Check-Out hatten, interessierte nicht alle des Bord-Personals. Schon 1,5 Stunden vor Ende der Überfahrt wurden wir aus der Kabine geklopft», klagt Gabriel.
«Obwohl wir erklärten, dass wir den Aufpreis bezahlt hatten, klopfte es zwei weitere Male. Schliesslich verliessen wir den Raum.»

Was den beiden auffällt: «Gleich neben uns waren zwei andere deutschsprechende Passagiere in der Kabine. Auch sie hatten das Später-Auschecken gebucht. Und wurden früher herausgeholt.»
Sind neue Schiffe schuld?
Das Schweizer Paar geht noch an Bord an die Fähren-Rezeption. Dort zeigt man Verständnis dafür, dass sie nicht ganz zufrieden sind. Das sei ein Fehler, man werde das mit dem Bord-Personal anschauen, heisst es als Antwort.

Trotzdem fragen sich Gabriel und Lea: Handelt es sich beim Late-Check-Out um einen Trick des Fähren-Unternehmens «GNV», um Geld zu machen?
Nathalie Paratore von der «Cruise & Ferry Center AG», wo die Reisen gebucht werden können, sagt klar: Nein.
«Wir gehen im Moment davon aus, dass es sich um einen Einzelfall handelt.» Das Unternehmen habe im vergangenen Jahr von anderen Kundinnen und Kunden keine ähnlichen Rückmeldungen erhalten.
«Da diese Option bei GNV sehr beliebt und häufig gebucht ist, wären uns wiederkehrende Probleme sicher aufgefallen.»

Dennoch sei man froh um das Feedback: Gabriel und Lea seien auf zwei neuen Schiffen des Unternehmens gereist. Die Crews seien ebenfalls neu zusammengestellt.
Fähren-Betreiber spricht von einem Schweizer Sprach-Problem
Auf Anfrage von Nau.ch nimmt auch der Fähren-Betreiber GNV Stellung. Zum Räumen der 423 Kabinen brauche man 1,5 Stunden, so die Antwort.
GNV spricht von einem möglichen Sprachproblem mit Gabriel und Lea ...

An jenem Tag seien viele Kabinen mit «Late Check-Out» von Schweizern und Deutschen belegt gewesen. «Die meisten sprachen nur Deutsch, dies könnte zu Missverständnissen geführt haben.»
Trotzdem kommt man dem Schweizer Paar ein bisschen entgegen. Wenn Gabriel und Lea das nächste Mal mit der GNV-Fähre verreisen, gibt es 30 Euro Rabatt. Die Reise muss allerdings bis Ende 2026 gebucht werden.
00:00 / 00:00
Nicht ausgeschlossen, dass die beiden vom Rabatt profitieren werden, sagt Lea. «Abgesehen vom Late Check-Out würden wir alles nochmals gleich machen. Von der Fähren-Fahrt allgemein waren wir begeistert. Wir konnten gar noch Delfine beobachten, die die Fähre lange begleiteten.»
*Namen geändert








