Schweizer Museen geben Nigeria bedeutende Benin-Bronzen zurück

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    Bern,

    In Anwesenheit von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider haben drei Museen aus der Schweiz 18 Kulturobjekte, sogenannte Benin-Bronzen, offiziell an Nigeria zurückgegeben. Für Nigeria ist diese Rückgabe von immenser Bedeutung – aber auch für die Schweiz.

    Kulturministerin Elisabeth Baume-Schneider (rechts) und ihre nigerianische Amtskollegin Hannatu Musa Musawa unterschrieben in Lagos eine bilaterale Kulturgütervereinbarung.
    Kulturministerin Elisabeth Baume-Schneider (rechts) und ihre nigerianische Amtskollegin Hannatu Musa Musawa unterschrieben in Lagos eine bilaterale Kulturgütervereinbarung. - KEYSTONE/EPA/ANTHONY ANEX

    Die Schweiz pflegt bereits seit geraumer Zeit Beziehungen zu Nigeria, im Bereich Gesundheit, in der Migration oder wirtschaftlich. Doch zum ersten Mal überhaupt war mit Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider eine Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Inneren (EDI) und damit eine Kulturministerin in dem afrikanischen Land zu Besuch. Damit schlägt die Schweiz in der Kultur-Zusammenarbeit ein neues Kapitel auf.

    Verbunden war der Besuch mit der offiziellen Rückgabe von 18 sogenannten Benin-Bronzen. Nach rund 130 Jahren kehren sie dorthin zurück, wo sie britische Kolonialtruppen einst geraubt hatten. Denn im Februar 1897 hatten britische Truppen den Palast des Königs, des Oba, im Südwesten des heutigen Nigeria, überfallen und geplündert. Tausende von kunstvollen Objekten, die als mächtige Symbole des Königtums und der Verbindung zu den Ahnen gelten, gelangten auf den internationalen Kunstmarkt und damit auch in Schweizer Museen. Für das nigerianische Selbstverständnis sind sie jedoch keine Ausstellungsstücke, sondern Teil des eigenen spirituellen kulturellen Erbes, das viele Jahrhunderte zurückreicht.

    Entsprechend gross ist die Bedeutung der Rückgabe für Nigerianerinnen und Nigerianer. «Sie erzählen unsere Geschichte. Und ohne Geschichte gibt es keine Gegenwart», sagte denn auch Aisha Adamu Augie, Direktorin des Centre for Black and African Arts and Civilisation, in Lagos gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Welche Geschichte die Objekte erzählen, soll nun in verschiedenen Projekten, beispielsweise mit Schulklassen, vermittelt werden.

    Und, das wurde in den offiziellen Reden deutlich, die Rückgabe soll auch dazu beitragen, Traumata, die durch den Kolonialismus entstanden sind, zu heilen. Denn im nigerianischen Selbstverständnis beginnt die Geschichte der Völker Nigerias nicht «gestern». «We come from ancient hands» (dt. etwa: Wir kommen aus uralter Zeit), heisst es beispielsweise auf einer Inschrift im nigerianischen Nationalmuseum in Lagos. Dieser Institution wurden die Kulturgüter zurückgegeben.

    Doch auch für die Schweiz ist diese Rückgabe von Bedeutung. Sie erfolgt auf Initiative von hiesigen Museen. Acht von ihnen hatten sich 2021 zur Benin-Initiative Schweiz zusammengeschlossen. Zusammen mit Partnerinnen und Partnern aus Nigeria haben sie im Rahmen dieses Projekts die Herkunft der sogenannten Benin-Bronzen in den Beständen der Museen untersucht. Diese Forschungen haben die problematische Herkunft eben dieser nun zurückgegebenen 18 Objekte ergeben, die sich im Völkerkundemuseum der Universität Zürich, im Museum Rietberg in Zürich und im Musée d'ethnographie in Genf befunden haben. Neun weitere, ebenfalls von problematischer Herkunft, dürfen in Absprache als Leihgaben in der Schweiz bleiben.

    Aus den Kontakten, die durch die gemeinsamen Forschungen entstanden sind, sollen nun weitere Projekte entstehen. So beispielsweise «Writing Poets»: ein Mentoring-Programm für 13 nigerianische Autorinnen und Autoren unter der Leitung des in Nigeria geborenen Dichters, Dramatikers und Performers Inua Ellams. Die nigerianischen Schreibenden haben für jedes nun zurückgegebene Kulturobjekt einen Text geschrieben. Am nächsten Literaturfestival «Zürich liest» sollen diese Texte gesammelt in einem Buch vorgestellt werden, wie Alice Hertzog, Direktorin des Völkerkundemuseums Zürich, zu Keystone-SDA sagte: «Jedes Objekt erhält damit eine eigene Begrüssung.»

    Darüber hinaus haben Bundesrätin Baume-Schneider und Nigerias Kulturministerin Hannatu Musa Musawa in der nigerianischen Hafenstadt Lagos ein bilaterales Abkommen gegen den illegalen Handel mit Kulturgütern unterzeichnet. Für die Schweiz ist dieses das zweite mit einem Subsahara-Staat, nach der Elfenbeinküste im letzten Jahr. Zusätzlich übergab der Bund ein Bronzearmband und vier archäologische Monolithen aus dem nigerianischen Nigerdelta, die im Rahmen von Strafverfahren in den Kantonen Genf und Tessin eingezogen und an den Bund übergeben worden waren.

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    Kommentare

    User #5676 (nicht angemeldet)

    Es gibt noch viel mehr was die CH Nigeria zurück geben könnte.

    User #3036 (nicht angemeldet)

    Auf dem Bild sehe ich zwei glückliche Frauen. Ich bin auch glücklich, wenn ich zwei glückliche Frauen sehe.

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