Im letzten Quartal 2021 hat die Schweizer Volkswirtschaft einen weiteren Überschuss erzielt.
Schweizer Volkswirtschaft
Die Schweizer Volkswirtschaft hat wieder zugelegt. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Schlussquartal 2021 hat sich für die Schweizer Volkswirtschaft bewährt.
  • Es konnte ein hoher Überschuss erzielt werden.

Die Schweizer Volkswirtschaft hat im vierten Quartal 2021 wie in den Quartalen davor einen hohen Überschuss erzielt. Dabei war der starke Anstieg im Gesamtjahr fast ausschliesslich auf das Plus im Warenhandel zurückzuführen, nachdem dieser im Jahr 2020 durch die Coronakrise gebremst worden war.In den Monaten Oktober bis Dezember hat die Schweiz 14,3 Milliarden Franken mehr eingenommen als ausgegeben, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Dienstag mitteilte.

Im dritten Quartal hatte noch ein Überschuss von hohen 24,3 Milliarden resultiert, während sich im Vorjahresquartal ein Defizit von 14,6 Milliarden ergeben hatte. Die SNB passt die Werte der Vorquartale teilweise stark an.

In der Leistungsbilanz werden alle Einnahmen und Ausgaben einer Volkswirtschaft erfasst, wobei neben dem Warenhandel auch der Handel mit Dienstleistungen (Tourismus etc.), Arbeits- und Kapitaleinkommen sowie laufende Übertragungen dazu gezählt werden.

Primäreinkommen liefern positiven Effekt

Zum Anstieg des Saldos hätten im vierten Quartal alle Komponenten einen Beitrag geleistet, doch sei im Vergleich zum Vorjahr zu berücksichtigen, dass der Leistungsbilanzsaldo im 4. Quartal 2020 aussergewöhnlich tief ausgefallen war, erklärt die SNB. Grund waren die damals ausserordentlich tiefen Einnahmen der Unternehmen aus ihren Auslandbeteiligungen bzw. Primäreinkommen.

Die Primäreinkommen lagen im Schlussquartal 2021 mit -3,5 Milliarden Franken weniger stark im Minus als die -20,6 Milliarden im Jahr davor. Zu einer Verbesserung ist es auch bei den Sekundäreinkommen gekommen, die auf -3,8 Milliarden Franken nach -6,9 Milliarden zu liegen kamen. Starken Rückenwind gab es vonseiten des Warenhandels, wo der Saldo um 8,5 Milliarden auf 21,5 Milliarden Franken kletterte.

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Die Schweizerische Nationalbank wird mit SNB abgekürzt. - Keystone

Die SNB informierte auch über die Kapitalbilanz - also über jene Geldströme, welche über die Grenze gehen. Dort resultierten im vierten Quartal sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite Nettozugänge von 41 Milliarden bzw. 37 Milliarden Franken. Das entspricht gegenüber den Quartalen davor einer klaren Steigerung.

Die SNB erklärt den Anstieg auf der Aktivseite unter anderem mit den von ihr gesteigerten Devisenkäufen. Auf der Passivseite hätten indes die Nationalbank, Geschäftsbanken und Finanzgesellschaften ihre Verpflichtungen gegenüber dem Ausland ausgebaut. Der Saldo der Kapitalbilanz belief sich auf insgesamt 4 Milliarden Franken.

Wegen des Warenhandels

Über das gesamte Jahr 2021 hinweg belief sich der Saldo in der Schweizer Leistungsbilanz auf 69 Milliarden Franken. Damit sei er gegenüber dem von der Corona-Pandemie stark geprägten 2020 um 49 Milliarden angestiegen, schreibt die SNB weiter.

Ein Grossteil des Anstiegs sei da auf den höheren Saldo im Warenhandel zurückzuführen, der gegenüber 2020 um 45 Milliarden Franken zugenommen hat. Sowohl beim klassischen Warenhandel als auch beim Transithandel seien die Einnahmen stark gestiegen.

In der Kapitalbilanz nahm das Nettoauslandvermögen per Ende Jahr um 98 Milliarden auf 667 Milliarden Franken ab, weil die Passiven stärker angestiegen seien als die Aktiven, so die SNB. Der Anstieg der Aktiv- und Passiv-Bestände begründet die SNB mit der sehr guten Entwicklung an den weltweiten Börsen.

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