Schweizer Kriegsmaterialexporte nehmen zu

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Im laufenden Jahr haben Schweizer Unternehmen Kriegsmaterial im Wert von 500 Millionen Franken exportiert – 200 Millionen mehr als in der Vorjahresperiode.

    exporte
    Der Bundesrat unterstützt die Forderung aus dem Parlament, vorderhand keine Exporte von Kriegsmaterial und von Dual-Use-Gütern in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zu bewilligen. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bis anhin wurde im Jahr 2019 bereits Kriegsmaterial im Wert von 500 Millionen exportiert.
    • Das sind rund 200 Millionen mehr als in der Vorjahresperiode.

    In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres haben Schweizer Unternehmen Kriegsmaterial im Wert von fast einer halben Milliarde Franken exportiert. Das sind rund 200 Millionen Franken mehr als in der Vorjahresperiode.

    Letztes Jahr waren Waffen im Wert von 510 Millionen Franken exportiert worden. Dieser Wert ist im laufenden Jahr nun bereits nach neun Monaten fast erreicht, wie der am Dienstag veröffentlichten Statistik des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zu entnehmen ist.

    Frieden fördern statt Krieg anheizen

    Die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) kritisiert die Zunahme der Exporte in einer Mitteilung. Die Schweiz sollte Frieden fördern anstatt Konflikte und Kriege weiter anzuheizen, schreibt sie.

    Besonders stossend sei, dass in eine Reihe von Ländern Waffen exportiert worden seien, in welchen die Menschenrechtslage höchst angespannt sei oder die sich an bewaffneten Konflikten und Kriegen beteiligten, unter anderem am Jemen-Krieg.

    Waffenexport
    Kundgebung im Sommer 2018 in Bern gegen den Export von Waffen in Bürgerkriegsländer. (Archivbild) - Keystone

    An Saudi-Arabien haben Schweizer Unternehmen in den ersten neun Monaten Waffen im Wert von 1,2 Millionen Franken exportiert. Die Vereinigten Arabischen Emirate erhielten Waffen im Wert von 1 Million Franken, Bahrain im Wert von 5,5 Millionen Franken. Kritik übt die GSoA auch an Exporten nach Brasilien für 12 Millionen, Pakistan für 13 Millionen sowie Malaysia für fast 6 Millionen Franken.

    Korrektur-Initiative

    Sie weist auf die Initiative gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer (Korrektur-Initiative) hin, die im Sommer eingereicht wurde. Lanciert worden war sie, nachdem der Bundesrat angekündigt hatte, die Kriterien für Exporte zu lockern. Dazu kam es am Ende nicht.

    Die Initiative will aber eine frühere Lockerung rückgängig machen: Waffen sollen nicht in Länder geliefert werden dürfen, in denen Menschenrechte systematisch und schwerwiegend verletzt werden.

    Waffenexport Schweiz
    «Europäische Partnerstaaten kaufen heute keine Rüstungsgüter mehr bei uns, weil unser Gesetz zu restriktiv ist.» (Symbolbild) - keystone

    Heute sind Exporte nur dann verboten wenn ein hohes Risiko besteht, dass das Material für schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen eingesetzt wird. Ausserdem will die Initiative verhindern, dass der Bundesrat in Eigenregie über die Kriterien entscheiden kann.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Syrien türkei
    1 Interaktionen
    Syrien-Offensive
    türkische panzer
    4 Interaktionen
    Syrien-Offensive
    Waffenexporte
    1 Interaktionen
    Bern
    Leapmotor B03X
    169 Interaktionen
    Nur 23’900 Franken

    MEHR AUS STADT BERN

    YB
    29 Interaktionen
    Lunde-Kolumne
    Lukas Schnyder Airbnb
    9 Interaktionen
    Vorbild Zürich
    andrea bauer
    Apropos
    YB
    4 Interaktionen
    3:1 gegen Basel