Schweizer Autor und Publizist Erich von Däniken gestorben
Der Schweizer Autor und Publizist Erich von Däniken ist am Samstag im Alter von 90 Jahren verstorben.

Das Wichtigste in Kürze
- Erich von Däniken im Alter von 90 Jahren verstorben.
- Mit «Erinnerungen an die Zukunft» löste von Däniken 1968 einen Science-Fiction-Boom aus.
- Dem Erstling folgten zahlreiche weitere Bücher, Dokumentarfilme und Fernsehserien.
Der Schweizer Autor und Publizist Erich von Däniken hat mit seinen Büchern über Ausserirdische und Mythen Millionen begeistert. Nun ist der Vater der Prä-Astronautik am Samstag im Alter von 90 Jahren im Berner Oberland verstorben.
Von Däniken war bis ins hohe Alter aktiv, musste dann aber im vergangenen Frühjahr kürzer treten. Von Dänikens Tochter Cornelia von Däniken sagte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Sonntag, ihr Vater sei altersbedingt im Spital von Interlaken BE gestorben.
Die Nachricht vom Tod des weltbekannten Schweizer Autors und Publizisten findet sich auch auf Webseiten, welche Erich von Däniken gewidmet sind.
Als umstrittener Götterforscher machte sich Erich von Däniken weltweit einen Namen. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der parawissenschaftlichen Prä-Astronautik.
Von Däniken glaubte fest daran, dass Ausserirdische in der Frühzeit die Erde besucht und die Entwicklung der Menschheit beeinflusst hatten. Für seine Spekulationen suchte er zeitlebens unermüdlich nach Beweisen.
Millionenpublikum
1968 erschien sein Buch «Erinnerungen an die Zukunft» das einen wahren Science Fiction-Boom auslöste und zu einem Bestseller wurde. Der Hotelier und Hobbyforscher hatte mit seinen Thesen über UFOs und Ausserirdische einen Nerv der Zeit getroffen und erreichte ein weltweites Publikum.

Von der Wissenschaft wurde der umtriebige Schweizer bestenfalls belächelt, von seinen Lesenden aber verehrt. Dem Erstling folgten zahlreiche weitere Bücher, Dokumentarfilme und Fernsehserien. Aus dem Hobbyforscher von Däniken wurde ein Unternehmer, später gründete er eine Stiftung. Bis ins hohe Alter tourte er auch mit Vorträgen durch die Welt.
Von Däniken wurde am 14. April 1935 im aargauischen Zofingen geboren. Er wuchs in einer streng katholischen Familie auf. Als Schüler in einem Jesuiten-Internat in Freiburg lernte er alte Sprachen. Vieles, was er im Latein- und Griechisch-Unterricht bei Übersetzungen aus dem Alten Testament las, stellt er in Frage.
Nach der Schule stieg er ins Gastronomiegewerbe ein. In den 1950er-Jahren unternahm er seine erste Ägyptenreise. In den 1970er-Jahren kam er mit dem Gesetz in Konflikt, weil er als Hotelier Kurtaxen nicht bezahlt hatte. Seiner Popularität tat dies indessen keinen Abbruch.
Von Däniken erhielt verschiedene Auszeichnungen, dazu gehört unter anderem der Ehrendoktor der Universidad Boliviana sowie die Ehrenbürgerschaft der peruanischen Stadt Nazca.
Von Däniken war charismatisch, begeisterungsfähig und auch ein mitreissender und begeisternder Kommunikator. 1995 zog von Däniken mit seiner Frau nach Beatenberg im Berner Oberland.
Schiffbruch mit Themenpark
Im nahen Interlaken wollte von Däniken einen Themenpark mit seinen Ideen und Thesen gestalten. Der Mann, der stets im himmelblauen Sakko auftrat, wusste die Interlakner Touristiker und Behörden zu begeistern. Der Park sollte eine attraktive Schlechtwetteroption für Touristen werden. Gar von einem Bahnanschluss an den Park war vorübergehend die Rede.
Doch bereits in der Bauphase kam der Park finanziell unter Druck. Nach der Eröffnung ebbte der Besucherstrom rasch ab. 2006 wurde der Park nach zweieinhalb Jahren bereits wieder geschlossen. Übrig blieb ein eher schlecht als recht genutztes Gebäudeensemble mit futuristisch anmutenden Gebäuden und einem riesigen, meist leerstehenden Parkplatz davor. Zuletzt diente das Ensemble noch als Indoor-Kinderspielplatz und Veranstaltungsort.

Im vergangenen Sommer ging das mittlerweile Jungfraupark genannte Ensemble in neue Hände über. Der ehemalige Mystery Park solle unter dem Namen «Etherlaken» zu einem Zukunftscampus werden, kündigten die neuen Besitzer an.
Bei den Investoren handelt es sich zu gleichen Teilen um Jürgen Wowra und Mihai Alisie. Alisie stammt aus dem Umfeld der Blockchain-Plattform Ethereum mit der gleichnamigen Kryptowährung.
Fleissiger Twitterer
2009 begann von Däniken, sich als fleissiger Twitterer zu betätigen. Er unterhielt auch dort ein grosses Publikum. Mal pointiert, mal polternd, mal belanglos, gerne zum Klimawandel. Den Einfluss des Menschen darauf bestritt er.






