Schweizer Ärzte arbeiten nach wie vor viel zu viel

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA, Sina Barnert

    Bern,

    Noch immer arbeiten Ärztinnen und Ärzte in Schweizer Spitälern viel zu viel. Das sorgt für Erschöpfung und ist ein Risiko für die Sicherheit der Patienten.

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    Arbeiten immer noch zu viel: Ärztinnen und Ärzte in Schweizer Spitälern. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine neue Umfrage zeigt: Schweizer Ärztinnen und Ärzte arbeiten noch immer zu viel.
    • Der Trend zeigt zwar in eine positive Richtung, die Hälfe der Ärzte ist jedoch erschöpft.
    • Das kann für Patientinnen und Patienten in Schweizer Spitälern gefährlich sein.

    Die Arbeitszeiten von Ärztinnen und Ärzten in Schweizer Spitälern sind leicht gesunken. Dennoch bleiben Erschöpfung und Risiken für die Sicherheit von Patientinnen und Patienten auf hohem Niveau.

    Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit sank hochgerechnet auf ein Vollzeitpensum auf 54,6 Stunden. Im Jahr 2022 waren es noch 56,3 Stunden gewesen. Das teilt der Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte mit.

    Für die Erhebung hatte das Umfrageinstitut Demoscope 2400 Ärztinnen und Ärzte befragt.

    Arbeitest du zu viel?

    Auch bei den Arbeitsrechtsverletzungen gibt es einen Rückgang: Verstösse gegen das Arbeitsgesetz betrafen noch 58 Prozent der Befragten, verglichen mit 68 Prozent bei der vorherigen Umfrage.

    Schweizer Ärzte arbeiteten 17 Jahre durch – tot

    Krasse Auswüchse davon werden immer wieder bekannt. So etwa der Fall des Zürcher Chirurgen Othmar Schöb, für den eine 80-Stunden-Woche normal ist.

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    Arbeitet 80 Stunden pro Woche: Der Zürcher Facharzt Othmar Schöb. - SRF «Rundschau»

    Er kritisierte 2024 in der SRF-«Rundschau» den Teilzeit-Wunsch von jungen Ärztinnen und Ärzten. Und monierte, dass 50 Arbeitsstunden pro Woche für einen Assistenzarzt zu wenig seien.

    Noch extremer war der Fall des Neurologen Urs Schwarz. Er arbeitete am Unispital Zürich 17 Jahre lang durch.

    Arzt
    Urs Schwarz, Neurologe am Unispital Zürich, verzichtete auf freie Wochenenden und Ferien – bis zu seinem Tod. - Screenshot / billrothhaus.at

    Ferien oder freie Wochenenden gönnte sich Schwarz nicht. Selbst als er längst gesundheitlich angeschlagen war, arbeitete er weiter. Die Folge: 2021 starb Schwarz – etwa 50 Tage vor seiner Pensionierung.

    Jeder zweite Arzt dachte: «Ich kann nicht mehr»

    Trotz der rückläufigen Tendenz bei den Arbeitsstunden bleibt das Erschöpfungslevel der Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz kritisch.

    Wie bereits bei der letzten Befragung 2022 gab jeder zweite (52 Prozent) an, mindestens ab und zu zu denken: «Ich kann nicht mehr.»

    Warst du schon einmal von einem Arztfehler betroffen?

    Die Überlastung gefährdet zudem weiterhin die Patientensicherheit.

    Denn: Noch immer werden durch berufliche Übermüdung Patientinnen und Patienten gefährdet. 60 Prozent der Befragten gaben an, dass dies in den letzten zwei Jahren mindestens einmal der Fall gewesen sei.

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    Kommentare

    User #4610 (nicht angemeldet)

    Die Arbeitsmoral hat nachgelassen!!

    User #3903 (nicht angemeldet)

    wenn sie ihren Job richtig machen würden den sie studiert haben, müssten sie nicht mehr arbeiten …

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