Liebe

    Philipp Matthias Bregy (Mitte): «Liebe ja, Steuerzuschlag nein»

    Die Fairness-Initiative will Ehepaare steuerlich entlasten. Mitte-Nationalrat Philipp Matthias Bregy erklärt, warum er ein Ja empfiehlt. Ein Gastbeitrag.

    Der Walliser Mitte-Nationalrat Philipp Matthias Bregy. - zVg
    Der Walliser Mitte-Nationalrat Philipp Matthias Bregy. - zVg

    Eine Ehe ist eine wunderbare Institution. Man teilt Tisch, Sorgen und das Netflix-Passwort. Wenn beide arbeiten, teilt man auch eine Steuerrechnung, die höher ausfällt als beim Paar nebenan, das sich das Jawort gespart hat. Romantisch ist das nicht. Fair auch nicht.

    «Schon wieder?», werden jetzt einige seufzen. Ja, schon wieder. Die Fairness-Initiative wurde im März 2024 eingereicht, lange bevor das Parlament die Individualbesteuerung beschlossen hat. Richtig wäre gewesen, beide Lösungen gleichzeitig vorzulegen.

    Stattdessen stand im März nur ein Gericht auf dem Menü, obwohl unseres längst bestellt war. Das Stimmvolk hat entschieden, und das respektieren wir. Am 29. November wird endlich auch das zweite Gericht serviert.

    Die Mitte
    Die Fairness-Initiative wurde im März 2024 eingereicht. (Archivbild) - keystone

    Die Fairness-Initiative verlangt etwas Einfaches: Ehepaare dürfen bei der direkten Bundessteuer nicht mehr bezahlen als unverheiratete Paare. Dabei bleibt die Ehe, was sie ist: eine Gemeinschaft, die auch steuerlich als solche gilt.

    Das passt zur gelebten Realität. Bei den einen arbeiten beide Vollzeit, bei anderen reduziert jemand fürs Kind oder für die Pflege der Eltern. Bei der gemeinsamen Besteuerung zählt, was ein Paar zusammen verdient, nicht, wer wie viel davon nach Hause bringt.

    Wirst du dich vor der Abstimmung über die Fairness-Initiative informieren?

    Und Rentnerpaare, die seit Jahrzehnten Konto, Haus und Steuererklärung teilen, sollen nicht auseinanderrechnen müssen, was sie ein Leben lang gemeinsam aufgebaut haben. Unser Ziel ist klar: weniger Formulare, nicht mehr.

    Die Gegner malen nun ein anderes Bild an die Wand: Mit unserer Initiative gäbe es gar drei Steuererklärungen. Das ist ein Schreckgespenst, kein Naturgesetz. Wir wollen genau das Gegenteil.

    Heute setzt sich das Ehepaar einmal im Jahr an den Küchentisch und füllt gemeinsam eine Steuererklärung aus. Genau so soll es bleiben, nur ohne Aufpreis fürs Jawort.

    Wer heiratet, verspricht sich Treue in guten wie in schlechten Zeiten. Ein Steuerzuschlag gehört nicht ins Eheversprechen. Darum am 29. November: Ja zur Fairness-Initiative.

    Zum Autor

    Philipp Matthias Bregy (*1978) ist Walliser Mitte-Nationalrat.

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    Kommentare

    User #5541 (nicht angemeldet)

    Dass Ehepaare nicht mehr via einer kumulativen Steuerprogression bestraft werden ist richtig. Aber der eingeschlagene Weg ist ein Desaster: Weil dieser Weg der Individualbesteuerung einen sehr hohen neuen Bürokratie-Aufwand bedeutet. Alleine in unserem kleinen Halbkanton werden dafür 10 neue Angestellte benötigt. Alleine die Anpassungskosten des elektronischen Steuersystems werden hier auf über 10 Millionen geschätzt. Diese neuen Kosten werden durch eine Erhöhung des Steuerfusses abgedeckt werden müssen. Dabei wäre es so einfach gewesen, wenn man das gemeinsame Einkommen für die Steuerfussberechnung von Ehepaaren einfach durch 2 geteilt, oder den Ehepaarabzug angepasst hätte.

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