Rorschach SG: Gratis-Tiersprechstunde rettet Hündin das Leben!
In Rorschach SG gibt es neu regelmässig eine offene Sprechstunde für Haustiere – ein Angebot für Tierhalter mit knappem Budget.

Vor ein paar Wochen entdeckte Hermann M. aus Goldach bei seiner Hündin Mimi eine ungewöhnliche Verdickung im Bereich der Milchdrüsen. Er ahnte, dass etwas mit ihr nicht stimmte.
Doch ein Besuch beim Tierarzt war für den Hundehalter aufgrund seiner schwierigen finanziellen Situation nicht bezahlbar. Genau zur richtigen Zeit kam daher für ihn die neu geschaffene offene Tiersprechstunde in Rorschach.
In den Räumen der evangelischen Kirche untersuchte Tierarzt Dr. Hans Feulner Anfang Juni die Mischlingshündin. Seine Diagnose: Brustkrebs!
Wenige Tage später wurde Mimi – nach einer Kostengutsprache durch das Sozialamt Rorschacherberg – in seiner Praxis operiert.
Mit Erfolg: Der Hündin geht es inzwischen den Umständen entsprechend gut. «Ohne Operation und die entsprechende Therapie wäre der Fall lebensbedrohlich geworden», ist Feulner überzeugt.
Kirche statt Camper
Für den Tierarzt ist die offene Sprechstunde ein Herzensprojekt. Seit Mai 2025 führt er in Staad eine Kleintierpraxis. Schon seit längerer Zeit hatte er das Bedürfnis, sich direkt für Tiere in Not einzusetzen. «Ich wollte selbst etwas Gutes tun und nicht einfach Geld spenden, ohne zu wissen, was damit geschieht», sagt er.

Ursprünglich plante er daher, seinen alten Camper zu einer mobilen Tierarztpraxis umzufunktionieren und damit in den Balkan oder nach Italien zu reisen, um dort Tiere kostenlos zu behandeln.
Stattdessen richtete er aber dann den Blick zunächst auf die eigene Region, denn auch hier gibt es zahlreiche Tierhalterinnen und Tierhalter, die notwendige Behandlungen ihrer liebsten Vierbeiner aus finanziellen Gründen aufschieben oder ganz darauf verzichten müssen.
Gemeinsam mit der Fachstelle Gesellschaft Rorschach sowie der Evangelischen und der Katholischen Kirche entwickelte Dr. Feulner deshalb das Konzept einer offenen Sprechstunde. Die Partner unterstützten das Projekt von Beginn an und halfen bei der Umsetzung.
Das Angebot richtet sich gezielt an Menschen mit beschränkten finanziellen Mitteln. Ziel ist es, sicherzustellen, dass Haustiere auch in schwierigen Lebenssituationen die notwendige tierärztliche Versorgung erhalten.
Ein Glücksfall nicht nur für die Tiere, sondern auch die Menschen, denen sie oft sehr viel bedeuten.
Immer am ersten Mittwoch
Bereits der erste Pilottermin im Juni zeigte, wie gross der Bedarf ist: Zwölf Hunde- und Katzenhalterinnen und -halter liessen ihre Tiere untersuchen. Neben Impfungen, Entwurmungen und allgemeinen Gesundheitskontrollen konnten auch einige ernsthafte Erkrankungen frühzeitig erkannt und teilweise direkt behandelt werden.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst im «Rheintaler Boten» erschienen.
Für Hermann M. und seine Hündin Mimi erwies sich das Angebot als äusserst wertvoll und (tier)lebensrettend. Dank der rechtzeitigen Diagnose und der erfolgreichen Operation hat Mimi eine zweite Chance erhalten – ein Beispiel dafür, wie unkomplizierte Hilfe vor Ort Leben retten kann.
Bei der offenen Sprechstunde sind Haustiere aller Art – vom Hund und der Katze bis hin zu Hamstern oder Meerschweinchen willkommen.








