«Raum für Bildung»: Dulliken SO hat neue Schulgebäude

David Annaheim
David Annaheim

Olten,

Dulliken hatte am vergangenen Wochenende gleich doppelten Grund zum Feiern. Neben dem Beizlifest wurden auch ein Schulhaus sowie ein Kindergarten eingeweiht.

Architekt
Architekt Christoph Gschwind (r.) vom Basler Architekturbüro Gschwind Architekten schenkte den Gemeindeverantwortlichen bei der symbolischen Übergabe von Schulhaus und Kindergarten einen Schlüssel aus Basler Läckerli. Von links: Die beiden Co-Schulleiter Michael Bielser und Steffen Naydowski mit Gemeindepräsident Marco Lorenz und Gemeinderat Martin Wyss. - David Annaheim

Mit dem neuen Schulhaus Langmatt 2 und dem Kindergarten Gassacker hat Dulliken für rund 30 Millionen Franken eine moderne und zukunftsgerichtete Schulinfrastruktur erhalten.

Das neue Mittelstufenschulhaus umfasst zwölf Klassenzimmer, mehrere Gruppenräume sowie einen grossen, zentralen Versammlungsort im Eingangsbereich. Der Sechsfach-Kindergarten Gassacker wiederum besticht durch seine abwechslungsreichen Räume und verfügt über einen grossen Aussenbereich.

«Diese modernen Schulgebäude bieten Raum für Bildung, Begegnung und Gemeinschaft», freute sich Gemeinderat Martin Wyss, Verantwortlicher des Ressorts Bildung und Präsident der Baukommission Schulraum, an der Einweihungsfeier. Nebst den beiden Bauten konnten auch ein Spielplatz, ein Allwetter-Sportplatz und ein Pumptrack erstellt werden.

Ein neuer Meilenstein

Regierungsrat Mathias Stricker, Vorsteher des Departements für Bildung, Kultur und Sport, hielt in seiner Ansprache fest, dass bei einem Neubau am Ende die Funktionalität zähle. Wenn dies mit einer gelungenen Architektur und bestechenden Ästhetik verbunden werde, könne man von einem Meilenstein sprechen.

Davon habe Stricker im Kanton Solothurn schon einige sehen dürfen. Und: «Ein neuer steht in Dulliken.» Die Anforderungen an ein Schulhaus seien heute anders als noch vor 30 Jahren, so Mathias Stricker.

Dessen Ausgestaltung entscheide mit, ob Unterricht zielführend, flexibel angepasst und pädagogisch wertvoll organisiert werden könne. Eindrücklich seien beim Schulhaus Langmatt 2 sowie beim Kindergarten die grossen Klassenzimmer, Gruppenräume, Besprechungszimmer und Lernwaben.

Das Schulhaus Langmatt 2 bietet Platz für 12 Klassen.
Das Schulhaus Langmatt 2 bietet Platz für 12 Klassen. - David Annaheim

Abschliessend meinte Stricker hinsichtlich der Einweihung: «Heute schaffen wir Raum fürs Lernen, für Begegnungen, Ideen und all das, was eine Schule lebendig macht – nämlich die Menschen, die miteinander lachen, streiten und wachsen.»

Ein Campus der Begegnung für die Gemeinde

Gross war die Freude auch bei Gemeindepräsident Marco Lorenz in der anschliessenden Podiumsrunde, die von Verwaltungsleiter Michael Steiner moderiert wurde: «Die Lehrkräfte haben nun modernste Bedingungen, um ihrer Berufung nachzugehen

In gesellschaftlicher Hinsicht verfüge man mit den verschiedenen Schulbauten über einen Campus, auf dem man sich begegnen könne. Und nicht zuletzt habe man aus politischer Sicht den Bedürfnissen der Gemeinde mit den Bauten Rechnung tragen können, was in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit sei.

«Wir sind froh, dürfen wir diese Gebäude nun einweihen. Heute wäre ein solches Projekt vielleicht nicht mehr ganz so einfach anzugehen, wie von Kolleginnen und Kollegen aus anderen Gemeinden zu erfahren ist. Dort heisst es: ‹Wir müssten eigentlich auch, aber wir können nicht.›»

Gemeinderat Martin Wyss erinnerte sich an erste Begehungen im Dorf, um sich einen Überblick über den Renovationsbedarf zu verschaffen. Ein beauftragtes Büro habe schliesslich aufgezeigt, mit welchen Investitionen in den bevorstehenden Jahren zu rechnen sei.

«Wir haben dann entschieden: Wir bauen ein neues Schulhaus, das kommt günstiger als Provisorien und Anbauten.»

Architektur mit Erinnerung

Christoph Gschwind hatte schliesslich mit seinem Architekturbüro das Wettbewerbsprojekt gewonnen. Für ihn war bei der Planung zentral, dass es sich beim Projekt nicht einfach um zwei Gebäude handelt, sondern auch um die Aussenräume, die nicht nur für die Schule, sondern für die ganze Gemeinde eine Funktion haben.

Bezüglich der Gebäude war es Gschwind wichtig, von «Erinnerungsräumen» zu reden. «Wir alle haben starke Erinnerungen an unsere Schulzeit und an die Orte und Räume dieser Zeit.»

Beim Kindergarten sei es wichtig gewesen, den Kindern Stabilität zu vermitteln, da dieser oft ein erster Ort ausserhalb der Familie darstelle.

Beim Schulhaus wiederum seien die Kinder schon einen Schritt weiter: «Hier wird die Gemeinschaft der Schule spürbar.» Daher sei auch die zentrale Halle das Herzstück des neuen Schulhauses.

Positive Bilanz der Schule

Co-Schulleiter Michael Bielser stellte den neuen Schulbauten ein positives Zeugnis aus: «Uns gefällt es sehr gut. Wir sind wunderbar gestartet – mit der Schule bereits nach den Frühlingsferien und mit dem Kindergarten nach den Sommerferien. Das heisst: Die Kinder sind eingelebt und auch die Lehrpersonen haben ihre Schulräume nach ein paar anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten gefunden – schliesslich sah alles ganz anders aus als am vorherigen Unterrichtsstandort.»

Bist du zufrieden mit den Bildungseinrichtungen deiner Gemeinde?

Das von Gschwind erwähnte Zentrum eigne sich hervorragend für Projekte, Chorübungen und mehr. Bielsers Lieblingsplatz sei allerdings die «umstrittene» Lernwabe.

«Diese Rückzugsmöglichkeiten gehörten zu einem Teil der Wunschliste, der durchgesetzt werden konnte. Die Schüler sind dankbar dafür und brauchen diesen Platz ausgiebig.» Daher der Rat an die Festgemeinde vor Ort: «Setzen Sie sich selbst hinein und geniessen Sie einen Moment der Ruhe.»

Der Langmatt-Chor hat mit seinen vorgetragenen Liedern das Festpublikum begeistert.
Der Langmatt-Chor hat mit seinen vorgetragenen Liedern das Festpublikum begeistert. - David Annaheim

Abschliessend wollte Moderator Michael Steiner erfahren, was den Podiumsteilnehmern vom gesamten Projekt in Erinnerung bleiben werde. Martin Wyss ist stolz, dass er den Prozess von A bis Z begleiten durfte. Für Christoph Gschwind war der Weg zum Ziel wiederum wie ein Steeple-Lauf mit Wassergräben.

«Nur wussten wir nicht, wann die Gräben kommen», schmunzelte er. Aus Sicht der Schulleitung sei die Zeit sehr herausfordernd gewesen, da man sich nicht nur um den Schulbetrieb kümmern musste, sondern sich auch mit den Bauarbeiten auseinanderzusetzen hatte.

Marco Lorenz würde sich derweil darüber freuen, dass man den Gebäuden nun mit Sorgfalt begegne und diese möglichst gut in die Zukunft führe. Und Mathias Stricker wünschte sich für alle Kinder, dass die Neubauten sie dazu animieren, in die Schule zu gehen, um anschliessend einen erfolgreichen Lebensweg beschreiten zu können.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in der «Neuen Oltner Zeitung» erschienen.

Kommentare

Weiterlesen

Biel
1 Interaktionen
Biel
Stadt Solothurn
Solothurn
Spreitenbach
Flusskreuzfahrten
4 Interaktionen
Flusskreuzfahrten

MEHR AUS OLTEN

Polizeieinsatz auf vier Pfoten
4 Interaktionen
Publikumstag
Oltner Glacé-Firma
Oensingen SO
Oensingen SO
Walter Wobman
821 Interaktionen
Alt-Nationalrat