Parkuhr & Co.: So viele Bussgelder kassieren Schweizer Städte
Die Bussgeldeinnahmen der Stadt Luzern haben sich 2025 im Vergleich zum Vorjahr fast vervierfacht. Wie sieht es in anderen Städten aus? Nau.ch hat nachgefragt.

Das Wichtigste in Kürze
- Während sich die Einnahmen durch Bussen in der Stadt Luzern fast vervierfachten, nahmen sie 2025 in den meisten Städten ab.
- In Zürich betrugen die Einnahmen über 56 Millionen Franken, in Bern lediglich 9,6 Millionen.
- Schweizweit gehörten das Überschreiten der zulässigen Parkzeit und der Höchstgeschwindigkeit zu den häufigsten Verstössen.
In der Stadt Luzern schien den Menschen das Gesetz im vergangenen Jahr nicht besonders wichtig gewesen zu sein. Wie Nau.ch berichtete, wurden 2025 in Luzern ordentlich Bussgelder verteilt.
Die Einnahmen durch Ordnungsbussen betrugen 2025 gemäss der Jahresrechnung der Stadt rund 2,5 Millionen Franken. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein erheblicher Anstieg: Die Einnahmen haben sich beinahe vervierfacht.
Doch wie sieht es in anderen Städten aus? Nau.ch hat bei den grossen Städten der Schweiz nachgefragt.
Trotz dem massiven Anstieg sind die Bussgelder in Luzern im Vergleich mit anderen Städten relativ niedrig.
Die Stadt Bern nahm 2025 über 9,6 Millionen Franken durch Ordnungsbussen ein, so Gian Petschen, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern.
Doch auch die Einnahmen der Bundesstadt sind noch vergleichsweise moderat. So betrugen die Einnahmen in Lausanne 22,4 Millionen und in Zürich ganze 56,2 Millionen, wie die zuständigen Polizeistellen bestätigen. In Zürich sank der Betrag aber – im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 Millionen.
Betrachtet man die vergangenen fünf Jahre, ist dies eine relativ grosse Schwankung. Seit 2021 betrug der Ertrag aus Ordnungsbussen ziemlich konstant um die 60 Millionen.
Fast 500 Bussen am Tag
Was auffällt: Die Bussen wegen Zufahrts- und Fahrverbotsmissachtungen haben um über 90 Prozent abgenommen. Dies habe vor allem mit der vorläufigen Deaktivierung eines Kontrollgeräts an der Langstrasse zu tun. Das Gerät war für bis zu 500 Bussen am Tag verantwortlich.
In Basel ging der Ertrag durch Ordnungsbussen zuletzt ebenfalls zurück. Ob sich der Trend 2025 fortsetzt, bleibt noch offen, da die Zahlen erst im August erscheinen.
Auch in Lausanne ging die Zahl der Ordnungsbussgelder etwas zurück. Interessant dabei: Die Anzahl an ausgestellten Parkbussen nahm stark ab.
Während 2021 noch knapp 180’000 Parkbussen, also fast 500 am Tag, ausgestellt wurden, waren es 2025 rund 40’000 weniger.
Falschparken, zu schnelles Fahren und Ampel-Missachtung
Der häufigste Verstoss war dabei das Nichtbetätigen der Parkuhr, wie die Stadtpolizei Lausanne mitteilt. Hinsichtlich der häufigsten Verstösse berichten alle angefragten Polizeistellen von ähnlichen Vergehen.
Dazu gehören unter anderem das Überschreiten der zulässigen Parkzeit, das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit oder das Nichtbeachten eines Lichtsignals.
In der Stadt Zürich lagen die Einnahmen rund 5,4 Millionen Franken unter dem budgetierten Betrag. Auch die Stadtpolizei Lausanne stellt im Rahmen der Budgeterstellung jährlich eine Prognose der Bussgelder auf. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein Ziel.
Ein ähnliches Bild zeigt sich in Bern: «Bei der Kantonspolizei Bern bestehen keine Zielgrössen, so werden auch keine Vorgaben an Mitarbeitende gemacht», sagt Mediensprecher Gian Petschen.














