Päckliflut: Nur 11% stammen aus Asien – Schweizer Händler dominieren
Päckliflut aus Asien? Zahlen der Post zeigen, dass Schweizer Onlinehändler dominieren. Die Konkurrenz aus Fernost spielt nur eine Nebenrolle.

Das Wichtigste in Kürze
- Post-Zahlen zeigen: 2025 stammte nur jedes zehnte Paket aus Asien.
- Eine Päckliflut verursachen eher die vielen Bestellungen bei Schweizer Online-Händlern.
- Galaxus, Brack, Zalando und Co. waren für 37 Prozent aller Post-Päckli verantwortlich.
Billigwaren aus Asien verursachen in der Schweiz eine Päckliflut – und schaden dem Schweizer Onlinehandel? Nicht ganz.
Zahlen der Schweizerischen Post für den Zeitraum von 2016 bis 2025 zeigen ein deutlich anderes Bild: Nur etwa jedes zehnte Paket aus dem Onlinehandel, das hierzulande zugestellt wird, stammt aus Asien. Das berichtet der «Tages-Anzeiger», dem die Zahlen vorliegen.
Für die «Flut» an Päckli sind statt Aliexpress, Shein oder Temu die 20 grössten nationalen Onlinehändler verantwortlich. Dazu gehören Unternehmen wie Digitec, Galaxus, Brack oder Zalando.
Schweizer Händler bei 37 Prozent
Vergangenes Jahr lieferte die Post insgesamt 237 Millionen Pakete aus. 26 Millionen stammten aus Asien – also nur elf Prozent. Schweizer Onlinehändler hingegen versandten 87 Millionen Pakete, was einem Anteil von 37 Prozent gleichkommt.
Die hiesigen Händler steigerten ihr Volumen in den vergangenen zehn Jahren um insgesamt 49 Millionen Pakete. Die Händler aus Fernost verzeichneten ein Wachstum von 17 Millionen. «Seit 2016 sind nur rund 20 Prozent des Wachstums auf Asien zurückzuführen», sagt ein Sprecher der Post.
Gemäss dem Direktor der Swiss Retail Federation zeigen die Zahlen nicht das Gesamtbild. Häufig träfen Lieferungen aus Asien als Briefpost ein, erklärt Patrick Erny. Zahlen des Marktforschungsinstituts GfK würden zeigen, dass solche Sendungen zwischen 2022 und 2024 um 126 Prozent zugenommen haben.
Ausländische Pakete sind in Bern Thema
Trotz des grösseren Marktanteils sehen sich Schweizer Onlinehändler, die in der Vergangenheit vor einer asiatischen Päckliflut warnten, im Nachteil.
Für ausländische Anbieter gebe es keine Produkthaftpflicht oder vorgezogene Gebühren für Recycling, meint Bernhard Egger, Geschäftsführer des Handelsverbands. Viele Waren würden auch gegen Schweizer Anforderungen verstossen.
Mitte-Ständerat Fabio Regazzi stellte in einem parlamentarischen Vorstoss fest, dass in Zürich pro Tag eine halbe Million Päckli aus China ankämen. Schweizer Händler zahlten bei Kleinsendungen für 501 Gramm im Schnitt 8.50 Franken, chinesische hingegen deutlich weniger für bis zu zwei Kilogramm schwere Pakete.
Regazzi wollte die Formate und Portokosten für in- und ausländische Sendungen deshalb vereinheitlichen. Doch ein Post-Sprecher sagt gegenüber dem «Tages-Anzeiger», dass es keine Diskriminierung gegenüber Lieferanten aus dem Ausland mehr gebe.

Der Bundesrat lehnte die Motion im Februar ab und meinte, es gebe keinen substanziellen Wettbewerbsnachteil für Händler in der Schweiz. Der Ständerat nahm die Motion im März an.
Laut Patrick Erny von der Swiss Retail Federation sind insgesamt über 30 parlamentarische Vorstösse zu diesem Thema hängig.
Dabei geht es etwa um die Anpassung des Umweltschutzgesetzes zur gleichwertigen Beteiligung an Recyclingsystemen und die Schliessung bestehender Lücken im Produktsicherheitsgesetz.













