Der Kanton Thurgau entzieht dem Openair Frauenfeld zwei Wochen vor dem Start die Bewilligung. Die Spitäler seien zu voll, argumentieren die Behörden.
Future
Ein Konzert von Rapper Future am Openair Frauenfeld 2019. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Openair Frauenfeld ist abgesagt.
  • Der Kanton Thurgau hat dem Festival die Bewilligung kurzfristig entzogen.
  • Die Spitäler seien zu voll, wird der Entscheid begründet.

Das Openair «Frauenfeldli», dass statt dem grössten Schweizer Festival von 14. bis 18. September hätte stattfinden sollen, ist abgesagt. Das teilte der Kanton Thurgau mit.

«Spitäler zu voll»

Begründen tut dies Kanton und Stadt Frauenfeld mit den zu vollen Spitälern. «Aufgrund der aktuellen epidemiologischen Lage sowie zu geringer Kapazitäten in der Gesundheitsversorgung ziehen der Kanton Thurgau und die Stadt Frauenfeld die Bewilligungen zur Durchführung des Openairs «Frauenfeldli» am 14. bis 18. September 2021 zurück», schreibt der Kanton Thurgau in einer Mitteilung.

Spital Frauenfeld
Das Spital Frauenfeld habe keine Kapazitäten für die 15-20 Notfallpatienten, die das Openair normalerweise pro Tag produziert. - keystone

Die Erfahrungen hätten gezeigt, «dass bisher bei jeder Durchführung des Openairs Frauenfeld pro Tag 15 bis 20 Festival-Besucherinnen oder -Besucher notfallmässig ins Spital Frauenfeld eingeliefert werden mussten, wovon drei bis vier einer Überwachung auf der Intensivstation bedurften.» Diese Kapazität sei aktuell nicht vorhanden und eine Durchführung darum «nicht tragbar».

Organisatoren enttäuscht

Die Organisatoren zeigten sich in einer ersten Reaktion «enttäuscht» über die Absage durch die Behörden. «In Zeiten der Pandemie mussten wir mit einer Absage rechnen. Dennoch trägt das Ganze eine bittere Note. Die Absage wäre zu verhindern gewesen», sagt Mediensprecher Joachim Bodmer gegenüber Nau.ch.

Das Statement der Organisatoren auf Instagram. - Instagram

Hätten sich die Leute im Zusammenhang mit der Pandemie vorsichtig verhalten oder sich geimpft, wären die Spitäler nicht an ihre Belastungsgrenzen gekommen, sagt er. «Dann hätten wir das Festival durchführen können».

In der jetzigen Lage sei das aber nicht möglich. «Es gibt immer wieder Unfälle. Schnittverletzungen, Besucher, die ihre Grenzen nicht kennen – Fälle, die nicht ambulant abgewickelt werden können. Da ist es unabdingbar, dass die Grundversorgung gewährleistet werden kann», sagt Bodmer gegenüber Nau.ch.

Tickets werden vollumfänglich zurückerstattet

Wer sein Ticket bereits in der Tasche hatte, muss sich allerdings keine Sorgen machen. Die Veranstalter erstatten den vollen Kaufpreis zurück. «Das Frauenfeldli hätte eine einmalige Geschichte werden sollen. Daher gibt es auch kein Verschiebe-Datum», so der Mediensprecher.

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