Oberhalb von Fläsch GR müssen Felsen gelöst – oder gesprengt werden
Oberhalb von Fläsch GR drohen zwei Felskörper abzustürzen. Die Behörden wollen sie nun gezielt abtragen. Dabei werden sie gestemmt – und wenn nötig gesprengt.

Das Wichtigste in Kürze
- In Fläsch GR werden am Matlusch zwei instabile Felskörper abgetragen.
- Die Steigstrasse, der Klettergarten und der Wanderweg bleiben dafür gesperrt.
- Bund und Kanton tragen die Kosten, für das Dorf besteht keine Gefahr.
Der Fels am Matlusch oberhalb von Fläsch GR ist instabil. Seit dem 23. September ist deshalb die Steigstrasse zwischen dem Dorf und der St. Luzisteig gesperrt. Auch der Klettergarten und der Wanderweg Matlusch sind dicht.
Nach Vorabklärungen steht nun laut der «Südostschweiz» fest, wie es weitergeht. Sicherungen, Verankerungen oder Steinschlagschutznetze kommen nicht infrage. Der Fels ist stark zerrüttet, das Gelände steil.
Diese Lösungen wären unzuverlässig und unverhältnismässig, sagt Peter Ebneter vom Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden. Als einzig nachhaltige und wirtschaftliche Variante bleibt demnach der gezielte, kontrollierte Abtrag von zwei instabilen Felskörpern.
In der vergangenen Woche wurde dazu die Infrastruktur unter dem Fels geschützt. Ein Wasserreservoir und weitere kleinere Bauten wurden mit Stahlpalisaden und Holz abgedeckt. Auf der Steigstrasse soll eine Schicht Holzschnitzel die Fahrbahn schützen.
Allenfalls braucht es eine Lockerungssprengung
Am Montag begannen Spezialisten mit dem mechanischen Abtrag des ersten Felskörpers. Laut Ebneter setzen sie dafür hydraulische Hebekissen ein. Beim grösseren Felspfeiler daneben ist noch offen, ob mechanisches Lösen reicht. Allenfalls braucht es eine Lockerungssprengung.
In einem solchen Fall würde der Fels laut Gemeindepräsident René Pahud in Stücke zerlegt, «die kleiner sind als ein halber Kubikmeter». So soll der darunterliegende Schutzwald nicht übermässig leiden. Danach wird die Felswand gesäubert, der Sturzraum gesichert und der Objektschutz zurückgebaut.
Verhalten des Felses hat Auswirkungen auf Dauer der Arbeiten
Die Arbeiten dauern zwei bis drei Wochen. Entscheidend sind laut dem Bericht der «Südostschweiz» das Wetter und das Verhalten des Felses. Die seit dem 23. September gesperrte Steigstrasse, der Klettergarten sowie die betroffenen Wanderwege bleiben aus Sicherheitsgründen bis zum Abschluss der Arbeiten gesperrt. Der Verkehr wird umgeleitet.

Am stärksten betroffen davon ist die Armee. Sie muss seit der Strassensperrung mit ihren Fahrzeugen durch das Städtchen Maienfeld GR fahren. Bund und Kanton übernehmen den grössten Teil der Kosten. Bei der Gemeinde bleiben nur Restkosten hängen. Für das Dorf Fläsch besteht weiterhin keine Gefahr.








