Noch nie gab es so viele Kesb-Fälle wie jetzt

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Obwalden,

    Immer mehr Menschen in der Schweiz stehen unter dem Schutz der Kesb: 2025 waren es 164'336 – so viele wie nie zuvor.

    kesb
    So viele Menschen wie nie zuvor standen 2025 in der Schweiz unter dem Schutz der Kesb. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • 2025 standen in der Schweiz 164'336 Menschen unter einer Kesb-Schutzmassnahme – so viele wie nie zuvor.
    • Die Zahl der Fälle steigt seit Jahren und hat seit 2016 bei Kindern um 20 Prozent und bei Erwachsenen um 26 Prozent zugenommen.
    • Gründe sind unter anderem ein besseres Erkennen von Problemen, die alternde Bevölkerung und ein teilweise überlastetes Hilfssystem.

    Die Zahl der Personen unter einer Schutzmassnahme der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Ende vergangenen Jahres waren 164'336 Menschen betroffen.

    Dies entspricht einer Zunahme von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies zeigen die am Dienstag von der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (Kokes) veröffentlichte Zahlen. Rund ein Drittel der Betroffenen waren Kinder, zwei Drittel Erwachsene.

    Die Entwicklung folgt einem Trend, der seit den 1990er-Jahren anhält, mit jährlichen Zunahmen von zwei bis drei Prozent.

    kesb
    2025 standen so viele Menschen wie nie zuvor unter einer Schutzmassnahme der Kesb. (Symbolbild) - keystone

    Besonders deutlich wird dies im Zehnjahresvergleich: Zwischen Ende 2016 und Ende 2025 stiegen die Fallzahlen im Kindesschutz um 20 Prozent und im Erwachsenenschutz um 26 Prozent.

    Dieses Wachstum lag damit deutlich über jenem der Bevölkerung im selben Zeitraum. Dieses betrug bei Kindern 6,6 Prozent und bei Erwachsenen 8 Prozent.

    Gesellschaftliche Gründe für Zunahme

    Der Anstieg bedeute nicht zwingend, dass es den Menschen schlechter gehe als früher. «Wer Unterstützung braucht, sucht und erhält diese heute häufiger als noch vor zehn Jahren.» So wurde Kokes-Generalsekretärin Diana Wider in der Mitteilung zitiert.

    Themen wie psychische Gesundheit oder häusliche Gewalt würden offener angesprochen. Angehörige, Schulen, Spitäler und die Polizei schauten genauer hin und reagierten früher.

    Warum gibt es immer mehr Kesb-Fälle?

    Die steigenden Fallzahlen sind laut der Mitteilung aber auch ein Zeichen für ein stark gefordertes und teilweise überlastetes Hilfssystem. Als Gründe für die Zunahme werden auch lange Wartezeiten in der Psychiatrie genannt.

    Am Limit

    Auch Kinderschutzgruppen, Frauenhäuser und Beratungsstellen stiessen regelmässig an ihre Kapazitätsgrenzen. Zudem führe eine immer älter werdende Bevölkerung zu mehr Unterstützungsbedarf im Erwachsenenschutz, beispielsweise wegen Vereinsamung.

    Kesb-Massnahmen reichen von unterstützenden Beistandschaften bis hin zur Entziehung der elterlichen Sorge. Sie werden angeordnet, wenn der Schutz eines Kindes oder einer erwachsenen Person nicht ausreichend gewährleistet werden kann.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #2742 (nicht angemeldet)

    Den Leuten sollte klar werden das das eigene Kind kein Gegenstand ist der einem gehört und man damit machen kann was man möchte.

    User #1511 (nicht angemeldet)

    Und es werden bald noch viele mehr.

    Weiterlesen

    Kanton Glarus
    Kanton Glarus
    kesb
    1 Interaktionen
    Kanton Solothurn
    Zumikon
    Kärcher
    18 Interaktionen
    40 Leute im Einsatz

    MEHR AUS OBWALDEN

    bauer ledig sucht
    1 Interaktionen
    Ein «Original»
    Kanton Obwalden
    Kanton Obwalden
    2 Interaktionen
    Marschhalt
    Obwalden